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Erste Behörden-Genehmigung : Ein Durchbruch für E-Zigaretten in Amerika

Ein Mann raucht in New York eine E-Zigarette Bild: AP

Die Gesundheitsbehörde FDA hat jetzt erstmals offiziell eine E-Zigarettenmarke freigegeben. Für den Hersteller ist es aber dennoch kein uneingeschränkter Erfolg.

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          Hersteller von E-Zigaretten haben in den USA einen wichtigen, aber nicht uneingeschränkten Erfolg errungen. Die Gesundheitsbehörde FDA hat jetzt zum ersten Mal offiziell solche nikotinhaltigen Verdampfer zur Vermarktung freigegeben. Es handelt sich dabei um E-Zigaretten der Marke „Vuse“, die von R.J. Reynolds produziert werden, einer Tochtergesellschaft von British American Tobacco. Weitere Produkte könnten folgen, auch andere Unternehmen wie Juul haben bei der FDA eine Genehmigung beantragt.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die jetzt erteilte Freigabe gilt indessen nur für Vuse-Produkte mit Tabakaroma. Für zehn andere Varianten wurde die Zulassung verweigert. Welche genau dies sind, gab die Behörde nicht preis, aber es dürften E-Zigaretten mit Fruchtaroma darunter sein, wie sie gerade unter Jugendlichen beliebt sind. Ein Antrag für die Genehmigung einer Variante mit Mentholaroma wird weiter geprüft.

          FDA: „Deutlich weniger toxisch“

          Die uneinheitliche Entscheidung der FDA spiegelt die Kontroversen wider, die es in den vergangenen Jahren um E-Zigaretten gegeben hat. Einerseits wurden diese Produkte, die ihren Nutzern Nikotin in Form einer verdampften Flüssigkeit zuführen, als Vehikel gesehen, um Raucher von gewöhnlichen Zigaretten wegzubringen. Sie gelten als weniger gesundheitsschädlich, weil sie keinen Teer oder andere als krebserregend eingestufte Substanzen enthalten.

          Andererseits fanden aber auch viele Jugendliche Geschmack an E-Zigaretten, was Sorgen weckte, dass die Produkte eine ganz neue Generation von Nikotinkonsumenten heranziehen. In dieser Altersgruppe wurden vor allem E-Zigaretten mit fruchtigen Aromen wie Mango oder Melone populär. Herstellern wie Juul ist auch vorgeworfen worden, ihre Produkte allzu aggressiv an Jugendliche zu vermarkten.

          Die FDA teilte nun mit, nach ihren Analysen seien die Vuse-Produkte „deutlich weniger toxisch“ als traditionelle Zigaretten, und sie sei zu dem Schluss gekommen, dass der mögliche Nutzen dadurch, dass Raucher ihren Zigarettenkonsum zugunsten von Vuse einschränken oder gar aufgeben, größer sei als das Risiko für Jugendliche. Die Behörde teilte weiter mit, sie habe nur die E-Zigaretten mit Tabakaroma freigegeben, weil diese „weniger attraktiv für Jugendliche“ seien. Die Genehmigung sei außerdem mit erheblichen Restriktionen verbunden, wie R.J. Reynolds seine Verdampfer bewerben darf.

          Die Hersteller von E-Zigaretten konnten viele ihrer Produkte bislang auch ohne Genehmigung durch die FDA in den USA verkaufen. Im vergangenen Jahr wurden sie aber von der Behörde aufgefordert, Anträge zu stellen, damit ihre Verdampfer auf dem Markt bleiben dürfen. Die FDA hat auch ein Verbot für E-Zigaretten mit Fruchtaromen verhängt, wobei dies von manchen Herstellern umgangen wurde.

          Juul, einer der bekanntesten Hersteller, hat seine fruchtigen Varianten freiwillig vom Markt genommen und hat jetzt bei der FDA auch nur eine Genehmigung für E-Zigaretten mit Tabak- und Mentholaroma beantragt. Aus Deutschland hat sich Juul im vergangenen Jahr zurückgezogen.

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