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Fast-Food-Kette : Finanzinvestor schluckt Burger King

Bild: dpa

Die weltweit zweitgrößte Fast-Food-Kette Burger King wechselt den Besitzer. Für 4,0 Milliarden Dollar inklusive Schulden schluckt der Finanzinvestor 3G Capital das börsennotierte Unternehmen.

          2 Min.

          Die amerikanische Schnellimbisskette Burger King Holdings Inc. bekommt neue Eigentümer. Die Beteiligungsgesellschaft 3G Capital hat sich mit dem Unternehmen auf eine Übernahme für 3,3 Milliarden Dollar oder 24 Dollar je Aktie in bar geeinigt, teilten beide Seiten am Donnerstag mit. Inklusive der Übernahme von Schulden wird das Volumen der Transaktion auf 4 Milliarden Dollar beziffert.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Ein Verkauf der Kette hatte sich in den vergangenen Tagen schon angedeutet. Der nun vereinbarte Kaufpreis bedeutet einen Aufschlag von 46 Prozent auf den Schlusskurs von Burger King am Dienstag, bevor die Übernahmespekulationen begannen. 3G Capital hat nach eigener Aussage Finanzierungszusagen von J.P. Morgan Chase und Barclays Capital. Der Vollzug der Transaktion wird im vierten Quartal dieses Jahres erwartet.

          3G Capital ist eine bislang öffentlich wenig in Erscheinung getretene Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in New York, zu deren Investoren einige prominente Figuren aus der brasilianischen Wirtschaft gehören. Einer von ihnen ist Jorge Paulo Lemann, der auf der jüngsten Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 11,5 Milliarden Dollar auf Rang 48 geführt wird. Lemann ist Verwaltungsratsmitglied und Aktionär des Bierkonzerns Anheuser-Busch Inbev, der aus dem brasilianischen Brauereiunternehmen Ambev hervorgegangen ist. Zum Management von 3G Capital gehört auch der Brasilianer Alex Behring, ein früherer Vorstandsvorsitzenden von America Latina Logistica, dem größten Eisenbahn- und Logistikunternehmen in Lateinamerika. Für 3G Capital ist Burger King die erste vollständige Übernahme. Die Gesellschaft hält bislang Beteiligungen an Unternehmen wie dem amerikanischen Eisenbahnunternehmen CSX und Coca-Cola Enterprises, einem Abfüller für den Getränkekonzern Coca-Cola. 3G hatte auch schon Investitionen im Schnellimbissgeschäft getätigt. So hielt das Unternehmen eine Beteiligung an der Hamburgerkette Wendy's, hat sich inzwischen aber davon getrennt.

          Burger King wird nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahrzehnts an Finanzinvestoren verkauft. 2002 zahlten TPG Capital, Bain Capital und Goldman Sachs Capital Partners 1,5 Milliarden Dollar für die Kette, die vorher zum britischen Getränkekonzern Diageo gehörte. Im Jahr 2006 brachten die Finanzinvestoren Burger King an die Börse - sie hielten aber bis heute 31 Prozent der Anteile. Diese Anteile werden sie nun an 3G Capital verkaufen, heißt es in der Mitteilung.

          Der Aktienkurs von Burger King hatte bis zum Aufkommen der Übernahmespekulationen in diesem Jahr 13 Prozent an Wert verloren und war unter den Ausgabekurs von 17 Dollar gerutscht, zu dem das Unternehmen 2006 an die Börse gebracht wurde. Der Aktienkurs des Wettbewerbers McDonald s hat dagegen in diesem Jahr schon 20 Prozent an Wert gewonnen. McDonald's ist mit 32 000 Filialen die größte Schnellimbisskette der Welt, Burger King liegt mit rund 12 000 Standorten deutlich dahinter. Das Geschäft von McDonald's hat sich zuletzt auch deutlich besser entwickelt als das von Burger King. McDonald's meldete für das jüngste Quartal Umsatzzuwächse in seinem bestehenden Filialnetz, also in mindestens ein Jahr geöffneten Lokalen - Burger King verzeichnete Einbußen.

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