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Tierwohl : Ställe für glückliche Hühner

  • -Aktualisiert am

Immer auf saftigen Wiesen scharren. Bild: farmermobil

Farmermobil hat einen mobilen Stall entwickelt, der die Lebensqualität von Hühnern verbessert. Das neueste Produkt des Unternehmens ist der erste Bruderhahnaufzuchtstall der Welt.

          Das Bild von pickenden und scharrenden Hühnern ist nur schön, solange etwas zu picken und scharren übrig ist. Da der Tastsinn der Hühner in der Schnabelspitze sitzt, durchscharren sie ihr Umfeld leider so lange, bis dieses zerstört ist. In der Geflügelhaltung gibt es die Boden- und Freilandhaltung, Käfighaltung ist in Deutschland verboten.

          Bei der Bodenhaltung lebt das Geflügel in großen Ställen, bei der Freilandhaltung hat es zusätzlich einen Auslauf nach draußen. Die Farmermobil GmbH aus Laer im Münsterland hat nach eigenen Aussagen die Freilandhaltung weiter verbessert: durch den Bau und den Verkauf von mobilen Hühnerställen. Sie steigerten das Wohl der Tiere und schonten die Umwelt.

          Der Hühnerstall ist auf ein Fahrgestell montiert. So kann er zu einer neuen Wiese oder einer anderen Stelle auf der Wiese gefahren werden. Die Hühner hätten dann immer auf nährstoffreichen Wiesen Auslauf, erklärt Farmermobil. Nach einigen Tagen sei auf einer Wiese nämlich nur noch wenig Gras vorhanden, denn die Hühner scharrten alles durch. Zudem verbreiteten sich auf dieser Fläche Krankheiten. Wenn man die Fläche wechsele, könne sie sich erholen, und sie müsse nicht gedüngt werden.

          Zwei oder vier Scharrräume

          Die Ställe bestehen aus einem Mittelteil und je nach Modell aus zwei oder vier Scharrräumen, die am Mittelteil angehängt werden. Die Ställe verfügen über zwei Ebenen mit Bodengitter, Futter- und Wasserrinnen und sind mit einem Futtersilo, einem Wassertank und einem Stallcomputer ausgestattet, der die Fütterung, das Kot- und das Eierband, die Türen und die Temperatur steuert. Man müsse nur die Behälter füllen und die Eier aus dem Sammelbehälter nehmen. Der Stall gilt als emissionsfrei, weil er über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach verfügt.

          Franz-Heinrich Veltrup ist der Geschäftsführende Gesellschafter und Gründer von Farmermobil. Er war früher im Fahrzeugbau selbständig tätig sowie in der Montage und Wartung von stationären Hühnerställen. Dann hatte er die Idee, den großen stationären Stall zu schrumpfen und mobil zu machen, und stellte den ersten Prototyp her. „Das Resultat war ein vollautomatisierter Mobilstall, der ein einzigartiges und neuartiges Fahrzeugbaukonzept beinhaltet.“

          Farmermobil beschäftigt rund 80 Mitarbeiter. Laut Jan Veltrup, Vertriebsleiter und Sohn des Unternehmensgründers, konnte der Umsatz in den vergangenen vier Jahren jeweils fast verdoppelt werden. 2018 betrug er 7,5 Millionen Euro. Für 2019 peilt man 12 Millionen Euro an. Monatlich baut man nach Kundenwünschen bis zu zwanzig mobile Ställe. Der Preis variiert je nach Haltungsform, Größe und Ausstattung. Er fängt für die konventionelle Tierhaltung bei 75 Euro je Tierplatz an und geht hinauf bis zu 159 Euro für kleine Ställe nach Biorichtlinie.

          Bewegungsbedürfnisse ausleben

          Zur Marktstellung sagt Veltrup: „Wir sind der Hersteller, der am meisten Legehennenplätze im Jahr in Deutschland schafft. Außerdem sind wir die Marktführer im Bereich der Stalltechnik im Mobilstallsegment.“ Weitere Anbieter für mobile Hühnerställe seien Stallbau Weiland und Wördekemper. Das Potential sei sehr groß, „weil der Trend zur artgerechten, regionalen und transparenten Haltung schon lange keine kleine Nische mehr ist“. Für das Frühstücksei aus regionaler Vermarktung seien die Verbraucher bereit, ein paar Cent mehr auszugeben.

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