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Facebook : Krisen in Serie

Was folgt aus dem Facebook-Ausfall? Bild: Reuters

Der stundenlange Ausfall der wichtigsten Facebook-Dienste war dramatisch. Und ist längst nicht das einzige Problem, das Mark Zuckerberg lösen muss.

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          Krisenmanagement gehört längst zum Kerngeschäft von Facebook. Das zeigte sich auch nun wieder, nachdem die wichtigsten Dienste des Konzerns stundenlang ausgefallen waren und der Grund dafür offenbar identifiziert ist – denn nicht nur die Facebook-Verantwortlichen werden sich fragen: Wie konnte das passieren? Und wie wahrscheinlich ist es, dass so etwas künftig noch einmal geschieht? Immerhin sind WhatsApp, Instagram und die Facebook-Kern-App für viele Menschen rund um den Globus die zentralen Kommunikationskanäle.

          Der Ausfall fällt zugleich in eine Zeit, in der das soziale Netzwerk sich ohnehin regelmäßig in Erklärungsnot befindet, etwa nach der Datenaffäre um das britische Unternehmen Cambridge Analytica oder wegen der Verbreitung von Falschinformationen und Hasskommentaren. Oft genug schien es schon bedrohlich für Facebook zu werden. Im vergangenen Jahr gab es einen Boykott großer Werbekunden, amerikanische Wettbewerbshüter reichten eine spektakuläre Kartellklage ein, in der sie eine Zerschlagung des Konzerns forderten. Und doch hielten sich die Konsequenzen bislang in Grenzen. Manchmal leistete das Unternehmen öffentlich Abbitte, ansonsten schien es aber im Wesentlichen mit „Business as usual“ weiterzugehen, und die Geschäfte laufen ohnehin weiter glänzend.

          Deshalb muss sich erst noch zeigen, inwiefern die jüngsten Enthüllungen einer Whistleblowerin Facebook wirklich gefährlich werden. Ernst nehmen muss der Internetgigant sie aber in jedem Fall. Er sieht sich hier nicht einfach nur einer verärgerten früheren Mitarbeiterin gegenüber, sondern einer minutiös inszenierten Kampagne, die Medien, Politiker und Regulierer einbezieht. Facebook-Kritiker haben jetzt noch mehr Munition bekommen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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