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Neuer Name : Warum Facebook sich in Meta verwandelt – und wie das gehen soll

Ein neues Logo und ein neuer Name: Facebook erfindet sich als Meta. Bild: Reuters

Mark Zuckerberg gibt seinem Konzern eine neue Identität – und setzt auf eine futuristische virtuelle Welt. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

          2 Min.

          Was ändert sich für Facebook?

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Vor allem Namen, aber nicht die Unternehmensstruktur. Aus der bisherigen Facebook Inc. wird die Meta Platforms Inc. Das Börsenkürzel soll Anfang Dezember von „FB“ in „MVRS“ geändert werden. Meta soll auch als Marke etabliert werden. Die „Virtual Reality“-Brillen des Konzerns sollen unter „Meta“ statt „Oculus“ vertrieben werden. Das Modell „Oculus Quest“ wird also zum Beispiel „Meta Quest“ heißen. Auch das Videokonferenzgerät „Facebook Portal“ soll in „Meta Portal“ umbenannt werden.

          Was wird aus Facebook?

          Facebook wird den Konzern nicht mehr wie bisher definieren, sondern nur noch eines von vielen verschiedenen Produkten unter dem Dach von Meta sein, wenn auch weiter ein sehr bedeutsames. Facebook wird also im Prinzip auf einer Stufe mit anderen Plattformen wie Instagram oder WhatsApp stehen.

          Warum macht Facebook das?

          Mark Zuckerberg sagt, Facebook sei zwar eines der meistgenutzten Produkte „in der Geschichte der Welt“ und eine „Ikone“, es spiegele aber immer weniger die Breite des Unternehmens wider. Facebooks Name ist freilich auch zu einer Hypothek geworden und eng mit den vielen Kontroversen rund um das Unternehmen verbunden. Die frühere Mitarbeitern Frances Haugen hält dem Internetgiganten vor, zu wenig gegen den von seinen Plattformen angerichteten Schaden zu tun.

          Warum ausgerechnet Meta?

          Der neue Name lehnt sich an Pläne zur Entwicklung eines „Metaversums“ an, eine Art virtuellen Raum, den Zuckerberg als „nächste Generation des Internet“ beschreibt. Nutzer sollen dabei Teil des Internets werden. Der Begriff tauchte erstmals vor knapp dreißig Jahren in dem dystopischen Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ von Neal Stephenson auf. Zuckerberg hat auch gesagt, er sehe in dem griechischen „Meta“ in der Bedeutung als „jenseits“ ein Symbol dafür, dass es noch immer viele Dinge zu entwickeln gebe.

          Wie hat man sich das Metaversum vorzustellen?

          Es ist noch recht vage, aber Zuckerberg hat Beispiele vorgeführt, um den Begriff mit Leben zu füllen. So sollen sich Videospiele anfühlen, als ob sich alle Mitspieler am gleichen Ort befinden. Auch soll im Arbeitsleben bei virtuellen Besprechungen das Gefühl vermittelt werden, alle Teilnehmer seien im gleichen Raum.

          Ist das mehr als Spielerei?

          Facebook beteuert, das Metaversum sei jetzt der Kern der Strategie. Das Unternehmen sagt, es wolle Milliarden auf diesem Gebiet investieren. In Europa sollen 10 000 Stellen geschaffen werden, um die Metaversum-Anstrengungen voranzutreiben. Auch andere prominente Technologieunternehmen propagieren das Konzept, etwa der Softwarekonzern Microsoft, der Halbleiterspezialist Nvidia oder der Videospielehersteller Epic Games („Fortnite“).

          Welche Produkte entwickelt Facebook für das Metaversum?

          Hardware und Software: Auf der Hardwareseite sind das vor allem Technologien rund um virtuelle Realität („Virtual Reality“) und erweiterte Realität („Augmented Reality“). Einige Produkte gibt es schon, etwa die bislang unter Oculus verkauften VR-Brillen. Der Konzern hat jetzt auch noch ein neues und ausgefeilteres Brillenmodell vorgestellt. Kürzlich brachte er zusammen mit der Brillenmarke Ray-Ban eine Digitalbrille heraus, die ein Vorläufer für AR-Brillen sein soll. Auf der Softwareseite arbeitet Facebook an diversen VR-Plattformen wie „Horizon Worlds“.

          Was ändert sich für Mark Zuckerberg?

          Nichts. Er sagt, er wolle weiter Vorstandsvorsitzender des Unternehmens bleiben. Er führt auch den Verwaltungsrat und kontrolliert die Mehrheit der Stimmrechte.

          Haben sich auch schon andere Technologiekonzerne umbenannt?

          Ja. Google verwandelte sich vor sechs Jahren in die Alphabet-Holding. Damit war, anders als nun bei Facebook, auch eine neue Struktur verbunden. Diverse futuristische Aktivitäten wie autonome Fahrtechnologien wurden zu eigenständigen Einheiten. Google bleibt freilich bis heute die mit Abstand wichtigste Tochtergesellschaft.

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