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Ein Jahr vor Präsidentenwahl : Facebook gibt Enttarnung von russischen Fake-Konten bekannt

  • Aktualisiert am

Facebook-Chef Mark Zuckerberg am 17. Oktober während einer Rede an der Georgetown Universität in Washington Bild: dpa

Facebook entdeckt gefälschte Instagram-Konten, hinter denen Russland steckt. Gleichzeitig will der Konzern stärker gegen Propaganda und gefälschte Nachrichten vorgehen.

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          Facebook hat nach eigenen Angaben ein von Russland aus gesteuertes Netzwerk von gefälschten Instagram-Konten ausgehoben. Die Verantwortlichen hätten sich als in den Vereinigten Staaten ansässig ausgegeben und vor der Präsidentenwahl Amerikaner mit kontroversen politischen Botschaften ins Visier genommen, teilte das soziale Netzwerk am Montag mit. Was genau das Ziel gewesen sei, könne nicht gesagt werden, erklärte der für Cybersicherheit zuständige Manager Nathaniel Gleicher. Es gebe „einige Verbindungen“ zu der russischen Organisation IRA. Die Vereinigten Staaten werfen der Regierung in Moskau vor, über sie in die Wahl 2016 eingegriffen zu haben. Russland weist die Vorwürfe zurück.

          Gleicher zufolge war das Netzwerk noch im Aufbau begriffen. Der an den Ermittlungen beteiligte Sicherheitsforscher Ben Nimmo von Graphika sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das verbreitete Material habe gleichermaßen Demokraten wie Republikaner ansprechen können. Zum großen Teil seien die Mitglieder des Netzwerkes damit beschäftigt worden, „echtes Material von echten Amerikanern“ zu kopieren. „Dies könnte auf einen Versuch hinweisen, sprachliche Defizite zu vertuschen“, sagte Nimmo. Diese hätten in der Vergangenheit die Aufdeckung erleichtert.

          Facebook gab am Montag auch die Enttarnung von drei iranischen Netzwerken bekannt. Der Konzern kündigte eine Reihe von neuen Maßnahmen an, um Falschnachrichten im Internet leichter erkennbar zu machen. So sollen staatlich kontrollierte Medien wie „Russia Today“ gut sichtbar als solche gekennzeichnet werden. Zudem wird das Online-Netzwerk bei Beiträgen, die von unabhängigen Faktenprüfern für falsch erklärt wurden, prominenter darauf hinweisen, wie Facebook am Montag mitteilte. In Amerika finden Anfang November 2020 Präsidenten- und Kongresswahlen statt.

          Facebook sei in den vergangenen Jahren deutlich besser im Kampf gegen Propaganda und gefälschte Nachrichten geworden, betonte Gründer und Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz. Zugleich sei das Online-Netzwerk aber immer ausgeklügelteren Attacken aus Ländern wie Russland, Iran und China ausgesetzt. Am Montag gab Facebook auch bekannt, dass drei Kampagnen aus Iran und eine aus Russland entdeckt und gestoppt wurden, die sich als gewöhnliche Nutzer ausgaben. Ihre Beiträge hätten auf Menschen in den Vereinigten Staaten, Lateinamerika und Nordafrika gezielt.

          Facebook war unter massive Kritik geraten, weil das Online-Netzwerk im Umfeld der amerikanischen Präsidentenwahl 2016 für groß angelegte Kampagnen aus Russland missbraucht wurde, die darauf zielten, die Spannungen in der amerikanischen Gesellschaft zu verschärfen.

          Accounts von gewählten Politikern, Wahl-Kandidaten und deren Mitarbeitern sollen in einem Programm mit dem Namen „Facebook Protect“ verstärkt abgesichert werden, hieß es am Montag weiter. Schärfer will Facebook gegen Versuche vorgehen, Wähler einzuschüchtern oder zum Beispiel über Ort und Ablauf der Abstimmung falsch zu informieren.

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