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Interne Dokumente : Facebook gab Firmen wie Netflix Zugang zu Nutzerdaten

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg scheint die Sicherheit von Nutzerdaten nicht besonders ernst zu nehmen. Bild: AP

Schon lange steht Facebook wegen des Umgangs mit Nutzerdaten in der Kritik, Mark Zuckerberg musste sich schon vor mehreren Parlamenten erklären und gelobte Besserung. Alles nur eine Illusion?

          Facebook hat internen Dokumenten zufolge einigen Unternehmen wie Netflix 2015 speziellen Zugang zu bestimmten Daten seiner Nutzer gewährt. Neben dem Streaming-Dienst seien unter anderem auch die Wohnungsplattform Airbnb von Facebook bevorzugt mit Daten versorgt worden, heißt es in den am Mittwoch von dem britischen Abgeordneten Damian Collins veröffentlichten Unterlagen. Der Social-Media-Experte hat die Dokumente von dem App-Entwickler Six4Three bekommen, der einen Gerichtsstreit mit Facebook ausficht. Collins deutete an, dass das soziale Netzwerk Konkurrenten wie Twitter den Zugriff auf Daten aus dem Freundeskreis von Facebook-Nutzern verwehrte.

          Six4Three bot eine App mit dem Namen „Pikinis“ an, die automatisch nach öffentlich zugänglichen Fotos von Facebook-Nutzerinnen in Badeanzügen suchte. Das funktionierte nur so lange, wie Facebook Apps Zugang zu Daten von Freunden eines Nutzers gewährte. Diese Schnittstelle - die auch die Voraussetzung für den Datenskandal um Cambridge Analytica war - machte Facebook 2015 dicht. Six4Three wollte sich damit nicht abfinden und zog vor Gericht. Im Verfahren prangerte die Firma auch an, dass es zeitweise Ausnahmen von dieser Regel für Firmen wie den Unterkünften-Vermittler AirBnB oder Netflix gab. Das geht auch aus den Unterlagen hervor.

          Zudem soll Facebook-Gründer und Chef Mark Zuckerberg 2013 persönlich eine Entscheidung abgesegnet haben, die der Video-App „Vine“ den Zugang zur Freunde-Suche bei Facebook kappte. In dem Dokument sind auch Gedankenspiele aus dem Jahr 2012 enthalten, wie Software-Entwickler für Datenzugang mit Geld oder ihren Nutzerdaten bezahlen könnten.

          Facebook erklärte, die veröffentlichten Informationen seien aus dem Kontext gerissen und stünden im Lichte des Gerichtsverfahrens. Zudem sei der Zugang zu Daten von Nutzer-Freunden 2015 grundsätzlich unterbunden worden. Facebook ist immer wieder wegen des Umgangs mit Daten in die Kritik geraten. Besonders hohe Wellen schlug der Skandal um die Beratungsfirma Cambridge Analytica. Die Berater, die während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 für Donald Trump tätig waren, hatten die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern erhalten.

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