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Deutsche-Bank-Investmentchef : Zahlenmensch statt Zampano

Fabrizio Campelli spricht während der Jahresmedienkonferenz in der Zentrale der Bank. Bild: Picture-Alliance

Die Investmentbanker der Deutschen Bank bekommen mit Fabrizio Campelli erstmals einen Anführer, der nicht aus ihren Reihen stammt. Chef Christian Sewing setzt große Hoffnungen in ihn.

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          Die Investmentbank war über Jahre der Circus Maximus der Deutschen Bank. Nacheinander trieben dort Rolf-Ernst Breuer, Josef Ackermann und Anshu Jain die Investmentbanker zu immer neuen Kunststücken an den Kapitalmärkten an, fuhren damit Jahr für Jahr sagenhafte Gewinne und Millionengagen ein. Und früher oder später stiegen sie alle als wichtigste Ertragsbringer auf den Chefposten in den Frankfurter Doppeltürmen der Bank auf – zum Zirkusdirektor, um im Bilde zu bleiben. Der neue Chef der Investmentbanker heißt ab dem 1. Mai Fabrizio Campelli, und er will so gar nicht reinpassen in diese Ahnengalerie der großen Zampanos. Seine Berufung steht in vielerlei Hinsicht für die neue Ausrichtung, die Bankchef Christian Sewing der Deutschen Bank verordnet hat.

          Tim Kanning
          (kann.), Wirtschaft

          Für große Gesten und Imponiergehabe ist Campelli nicht zu haben. Selbst zu später Stunde auf Stehempfängen der Bank spricht der 48 Jahre alte Italiener stets ruhig, bedächtig und sachlich, in fast fließendem Deutsch. Er ist mehr Zahlenmensch als Zampano. Und was vielleicht das Bemerkenswerteste an seiner Berufung ist: Anders als seine berühmten Vorgänger ist Campelli nicht im Kapitalmarktgeschäft groß geworden.

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