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Fabrikbrand in Pakistan : Opfer verklagen Kik in Deutschland

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Bei dem Fabrikbrand im pakistanischen Karachi starben im Jahr 2012 mehr als 250 Menschen. Bild: dpa

Bei einem Fabrikbrand in Pakistan starben vor zweieinhalb Jahren mehr als 250 Menschen. Vier Angehörige und Überlebende verklagen deshalb nun den deutschen Textildiscounter Kik.

          Opfer eines Fabrikbrands in der pakistanischen Stadt Karatchi haben den deutschen Textildiscounter Kik verklagt. Vier Leidtragende haben beim Landgericht Dortmund Klage auf Schmerzensgeld eingereicht, wie die Menschenrechtsorganisationen medico international und ECCHR am Freitag in Berlin mitteilten.

          Einer der vier Kläger ist ein Überlebender des Brandes, die drei anderen sind Angehörige von Opfern - darunter auch eine Witwe, die ihren Sohn verlor. Sie verlangen je 30.000 Euro Schadensersatz. Die vier Fälle gelten als exemplarisch für die 254 Toten und 55 Verletzten.

          Eine Zivilklage in Deutschland sei nur möglich, weil sich die Opferfamilien zu einem Verband zusammengeschlossen hätten. Zudem hätten sie auf weitere Verhandlungen mit Kik sowie auf die angebotene Entschädigung von jeweils rund 1000 Euro verzichtet.

          Eine unabhängige Analyse des Vorfalls

          Der Textildiscounter Kik mit Sitz im westfälischen Bönen gilt als Hauptauftraggeber der abgebrannten Fabrik Ali Enterprises. Das Unternehmen stellte nach eigenen Angaben nach dem Brand eine Million Dollar zur Verfügung und erklärt sich zu weiteren Summen bereit. „Ungeachtet der juristischen Ermittlungen und einer Ursachenermittlung im Fall der Brandkatastrophe halten wir an unserem Angebot fest, weitere Hilfszahlungen an die Opfer und Hinterbliebenen zu leisten“, teilte eine Kik-Sprecherin mit.

          Noch im Juli vertrat Kik die Ansicht, dass der Konzern durch die Zahlung von einer Million Dollar sowohl zur kurzfristigen als auch zur langfristigen Unterstützung der Betroffenen bereits einen anteiligen Beitrag geleistet habe. Künftige Hilfen für die Opfer und Verletzten müssten „von einer breiten Allianz getragen und gemeinsam ermittelt werden“, hieß es damals in einer Stellungnahme von Kik.

          Aus Sicht der Opfer verschleppt die Firma aber Verhandlungen über eine langfristige Entschädigung. Nach Angaben von medico geht es den Klägern auch nicht nur um die 30.000 Euro für den Verlust eines Angehörigen. Hauptziel sei vielmehr, dass ein Gericht die Verantwortlichkeit für eklatante Mängel im Brandschutz feststelle, damit sich solche Unglücke nicht wiederholen.

          Zu der Klage erklärte das Unternehmen, das Feuer sei durch Brandstiftung ausgelöst worden: „Wir begrüßen es grundsätzlich, wenn dieser hochkomplexe Sachverhalt von einer objektiven Instanz faktenbasiert beleuchtet und aufgeklärt wird.“

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