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F.A.Z. exklusiv : Thyssen-Krupp will ohne Kapitalerhöhung auskommen

  • Aktualisiert am

Der Umbau dauert länger: Thyssen-Krupp Bild: dpa

Die Strategie von Thyssen-Krupp steht, so Vorstandschef Hiesinger gegenüber der F.A.Z. Der Konzernumbau könnte sich allerdings länger hinziehen.

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          Trotz der nach dem Rückschlag im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter geschrumpften Eigenkapitalbasis schließt der Stahl- und Technologiekonzern Thyssen-Krupp eine Kapitalerhöhung aus. “Warum sollten wir das tun? Bei allen Eckdaten verzeichnen wir Fortschritte“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger der Freitagsausgabe der F.A.Z wenige Tage vor der Hauptversammlung. Entscheidend sei die Liquidität, und da habe der Konzern seine Position deutlich verbessert. „Aktuell sind wir drei Jahre durchfinanziert und konnten dabei gleichzeitig die Finanzierungskosten senken“. Sein Ziel bleibe eine Eigenkapitalquote von 15 Prozent, aber dafür die Aktionäre anzuzapfen, sei angesichts der Entwicklung von Überschuss und Cashflow der falsche Weg.

          Hiesinger machte im Gespräch mit der F.A.Z. auch deutlich, dass sich der Umbau des Konzerns durch die wachsenden Turbulenzen in der Politik und auf den Märkten länger hinziehen könnte. „Unsere Strategie steht und gibt die Richtung vor. Aber damit wir auf Kurs bleiben und nicht zum Spielball der Ereignisse werden, müssen wir immer öfter nachsteuern“, sagte er. Hiesinger dämpfte die Hoffnungen auf einen schnellen Abschluss in den Sondierungsgesprächen mit Tata über eine europäische Stahlallianz.

          Haupthindernis blieben die hohen Pensionsverpflichtungen für die Tata-Beschäftigten in Großbritannien. Die Schließung des Pensionsfonds für neue Anwartschaften ist für Hiesinger nur ein allererster Schritt. Um Geduld warb er auch für die angepeilten Renditeverbesserungen in den Technologiesparten. „Es gibt keine schnellen Ernten“. Es sei ähnlich wie beim Stahl. „Die Richtung muss stimmen. Aber man sollte sich und anderen nicht vormachen, dass man den Zeitplan vollständig unter Kontrolle hat“, sagte Hiesinger.

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