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F.A.Z. exklusiv : Gewerkschaftschef hält schärfere Klimaziele für überflüssig

  • -Aktualisiert am

Findet deutliche Worte: Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis Bild: dpa

Der Vorsitzende der Bergbau-Gewerkschaft, Michael Vassiliadis, sieht hierzulande keine Notwendigkeit für eine Verschärfung derzeitiger Klimaziele. Es ginge nicht darum, dass Deutschland „die Welt retten“ müsse.

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          Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, hat Kritik an der deutschen Zielsetzung schärferer Klimaziele geübt. Diese brauche es nicht, sagte Vassiliadis der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagausgabe und ab 20 Uhr im epaper). Die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels aus dem Dezember und die Ziele der sieben führenden Industriestaaten (G7) zur Dekarbonisierung „im Lauf dieses Jahrhunderts“ stünden völlig im Einklang mit denen des Koalitionsvertrages.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          „Es ist falsch, aus den Pariser Beschlüssen abzuleiten, dass es in Deutschland eine Notwendigkeit zur Beschleunigung der vorgegebenen Ziele gibt. Den Zusammenhang gibt es nicht“, sagte Vassiliadis der F.A.Z. Mit Blick auf Umweltgruppen und Klimapolitiker, die größere Anstrengungen zur Emissionsvermeidung verlangen, sagte er: „Da wird der Eindruck geschürt, wir würden das Zwei-Grad-Ziel nicht schaffen. Aber das ist kompletter Unsinn.“

          Vassiliadis warnte davor, „alle Politikfelder dem Klimaschutzplan zu unterwerfen, als müsse Deutschland die Welt retten“. Nicht eine detaillierte Planung, von wann an nur noch Elektrofahrzeuge erlaubt oder Gasheizungen verboten würden, sei nötig, sondern technische Innovationen. Sonst liefe das hinaus auf eine High-End-Version der DDR-Planwirtschaft. Es sei besser, Betriebe in die Lage zu versetzen, neue Technologien zu erproben, als Bürokraten mehr Vorgaben erfinden zu lassen.

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