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F.A.Z. exklusiv : Bahn ohne Plan

Das Logo der Deutschen Bahn AG am Berliner Hauptbahnhof spiegelt sich in einer Gebäudefassade. Bild: dpa

Eigentlich müsste es rund laufen bei der Deutschen Bahn, doch intern fliegen die Fetzen. In einem 15 Seiten langen Brief an Verkehrsminister Scheuer legt Konzernchef Lutz Rechenschaft ab.

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          Bei der Deutschen Bahn läuft’s eigentlich gerade rund: Niemals hat sie so viele Passagiere durch die Gegend gefahren wie im vorigen Jahr, 150 Millionen Menschen insgesamt. Und von der Politik kommt ein Geldsegen nach dem anderen: 156 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau und die Modernisierung der Bahn fließen – und das ist erst der Anfang. Das passiert nicht aus Großherzigkeit, sondern aus blanker Not: Der gute alte Staatskonzern spielt eine zentrale Rolle in den Plänen der Bundesregierung, den Klimawandel zu bremsen und den Zuwachs des Autoverkehrs zu stoppen.

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das hebt die Stimmung eines Unternehmens normalerweise. In so einer Gemengelage müsste die Deutsche Bahn, die zu 100 Prozent dem Bund gehört, eigentlich das Lieblingsprojekt von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sein. Doch bei der Bahn fliegen die Fetzen. Es wird noch nicht einmal versucht, nach außen die Contenance zu wahren. Gerade wurde der Finanzvorstand Alexander Doll aus dem Amt gedrängt. Dem Vernehmen nach hat er seinen Auflösungsvertrag unterschrieben, gegen eine geschätzte Abfindung von ein bis zwei Millionen Euro. Seine Abberufung in der Aufsichtsratssitzung an diesem Montag ist nur noch Formsache.

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