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F.A.Z.-exklusiv : Dicke Luft im Hause Siemens Medizintechnik

Erfolgreich ist die Sparte - dennoch gibt es dicke Luft. Bild: Caro / Oberhaeuser

In einem Bereich von Siemens gibt es nach Informationen der F.A.Z. großen Streit. Es geht auch um autokratische Führung. Jetzt schaltet sich der Aufsichtsrat ein.

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          In der Belegschaft der Medizintechniksparte des Siemens-Konzerns  wird Unmut über das Top-Management laut. In der Kritik steht Bernd Montag, seit dem Jahr 2015 Vorstandsvorsitzender der Siemens Healthcare GmbH. Ihm wird fehlende Strategieexpertise und ein autokratischer Führungsstil mit mangelnder Kritikfähigkeit vorgeworfen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Schon länger sind hinter vorgehaltener Hand im Erlanger Hauptquartier von Siemens  Healthcare kritische Äußerungen zu vernehmen. Nun hat ein Kreis von Mitarbeitern ein umfassendes Schreiben mit Kritikpunkten an den Aufsichtsrat und den Vorstand des Siemens-Konzerns als Hilferuf gesendet.

          Geht Healthcare an die Börse?

          Auch wenn die Verfasser anonym sind, wird der Inhalt ein einigen Punkten so ernst genommen, dass ich Siegfried Russwurm eingeschaltet hat. Der Technologievorstand des Konzerns ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Healthcare. „Ich nehme die Kritik natürlich ernst und habe mich mit Herrn Montag und dem Healthineers-Management zusammengesetzt, um zu schauen, wo wir in einzelnen Aspekten Nachbesserungsbedarf haben“, sagte Russwurm der Frankfurter Allgemeinen Zeitung., auch wenn er das anonyme Vorgehen kritisiert.

          Die Unruhe  hat zugenommen, nachdem sich die Medizintechnik im Frühjahr mit „Healthineers“ einen neuen Markenauftritt  gegeben hat. Dies löste damals zusammen mit der Premieren-Veranstaltung in den sozialen Medien, unter Mitarbeitern, Kunden und Konkurrenten Hohn und Spott aus. Die Sorge um die Zukunft unter den Mitarbeitern hat aber offensichtlich zugenommen, nachdem das Ausscheiden von Russwurm aus dem Siemens-Konzern mit Auslaufen seines Vertrages Ende März 2017 bekannt geworden war.

          Man befürchtet, dass der hoch angesehene Russwurm auch den Aufsichtsratsvorsitz bei Healthcare aufgibt. Damit würde, so ist aus Erlangen zu vernehmen, ein wichtiges Korrektiv fehlen, das den in die Kritik geratenen Spartenchef Montag in die Schranken weisen kann.
          Siemens Healthcare wurde aus dem Konzern ausgegliedert, da sie ein anderes Geschäftsmodell hat als die von Konzernchef verfolgten  strategischen Schwerpunkte.

          Der Wettbewerb in der Branche ist hart, leidet unter Budgetengpässen und regulatorischen Einflüssen im Gesundheitswesen. Immer wieder wird vermutet, dass Siemens seine Healthcare-Aktivitäten an die Börse bringen will.

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