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F.A.S. exklusiv : „Primark-Preise sagen nicht, wie es Näherinnen in Asien geht“

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John Bason ist Finanzvorstand des irischen Textil-Discounters Primark. Bild: Jens Gyarmaty

Die Billig-Modemarke Primark will weg vom Schmuddelimage. Finanzvorstand John Bason sagte der F.A.S.: Der Preis im Laden habe nichts mit Billiglöhnen in Bangladesch zu tun.

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          Der irische Textildiscounter Primark wehrt sich gegen den Vorwurf, mit Billigpreisen die Wegwerfmentalität von Teenagern zu fördern. „Es ist nicht in unserem Sinn, dass die Jugend achtlos mit Kleidung umgeht“, sagte Finanzvorstand John Bason im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch ein T-Shirt für 2,50 Euro halte jahrelang und gehöre nicht nach ein paar Wochen in den Müll. „Kinder müssen lernen, Dinge, egal wie teuer sie sind, wert zu schätzen und zu pflegen.“ Da sieht der 59-Jährige die Eltern in der Pflicht. „Sie müssen dem Nachwuchs die Werte vermitteln, das ist nicht unsere Aufgabe.“ Hemmungslos shoppende Teenie-Horden seien bei Primark mittlerweile die Ausnahme. „Das sind viel weniger als Sie denken. Zu uns kommen Kunden aller Altersklassen,“ betont Bason.

          „Nicht wir sind zu billig, vielleicht sind die anderen zu teuer“

          Auch Kritik an den billigen Preisen weist der Finanzchef zurück. „Der Preis im Laden sagt nichts darüber aus, wie gut es den Näherinnen in Asien geht“, sagte Bason. Primark verzichte auf Werbung und Promis und spare so jedes Jahr etliche Millionen. Zudem arbeiten sie mit einer kleineren Gewinnmarge. „Nicht wir sind zu billig, vielleicht sind die anderen einfach viel zu teuer.“

          Primark-Ware komme zu großen Teilen aus den gleichen Fabriken wie die von Marken wie Hugo Boss oder Hilfiger, erklärte der Manager in der F.A.S.: „Da läuft auf der einen Fertigungsstraße die Ware für Primark und nebendran die für eine Luxusmarke. Der Preis sagt nichts aus über die Qualität, die ist die gleiche.“

          Deutschland ist heute der drittwichtigste Markt der Iren. „Auch in Deutschland kann sich nicht jeder teure Marken leisten“, erklärt Bason. Er sieht hier noch „viel Luft nach oben.“ Zu den 22 Primark-Geschäften sollen noch etliche hinzukommen. Allein in den kommenden zwei Jahren sind sieben Neueröffnungen geplant.

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