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EY-Umfrage : Cyberangriffe versetzen Unternehmen in Angst

  • -Aktualisiert am

Symbole der Digitalwährung Bitcoin: Internet-Kriminelle verlangen meist, dass Unternehmen Lösegeld per Kryptowährung zahlen, weil die Transaktion sich nicht verfolgen lässt. Bild: Reuters

Die digitale Bedrohung der Wirtschaft durch Kriminelle, Hacker und Spione steigt. Unternehmen rüsten ihre IT auf. Ein Fachmann verrät aber auch eine Schutzmaßnahme, für die es keine IT-Kenntnis braucht.

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          Die Gefahr von Cyberangriffen auf Unternehmen beunruhigt so viele Chefs wie noch nie. Darauf deuten Ergebnisse einer regelmäßigen Umfrage durch das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY hin. Demnach sehen mehr als 63 Prozent der Befragten ein hohes Risiko, Opfer von Hackern, Kriminellen oder Spionen zu werden – so viele, wie in keiner der bisherigen Umfragen. Zudem rechnen fast alle Unternehmen damit, dass sich das Problem künftig noch verschärft. In den vergangenen zwei Jahren haben laut EY-Umfrage 44 Prozent der Unternehmen konkrete Hinweise auf Cyberangriffe und Datendiebstahl entdeckt – 27 Prozent wurden in diesem Zeitraum sogar mehrfach attackiert. Befragt wurden 512 Führungskräfte.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das steigende Risiko hat nach Einschätzung der EY-Experten auch damit zu tun, dass die Corona-Pandemie die Digitalisierung in den Unternehmen beschleunigt hat. Viele Mitarbeiter mussten aus dem Homeoffice auf die Firmen-IT zugreifen, was Einfallstore für Angreifer öffnete. So sind die privaten Internetzugänge schlechter geschützt als die Bürorechner hinter der firmeneigenen Firewall. Hinzu kommt, dass Berufskriminelle Cyberangriffe mit Lösegeldforderungen als lukrative Einnahmequelle entdeckt haben.

          Mit harmlos aussehenden Emails schleusen sie gefährliche Computerprogramme auf die Unternehmensserver. Diese als Ransomware bezeichneten Schadprogramme verschlüsseln die gespeicherten Firmen- und Kundendaten, wodurch der komplette Betrieb lahmgelegt wird. Mit den Ransomware-Attacken können Unternehmen gleichzeitig Daten von Kunden, Produkten oder Geschäftspartnern erbeuten, die sie auf dem Schwarzmarkt verkaufen oder durch die Drohung damit die Lösegeldforderung in die Höhe treiben.

          Den Schlüssel rücken die Angreifer erst raus, wenn das Unternehmen Lösegeld zahlt. „Ransomware ist ein funktionierendes Geschäftsmodell für die organisierte Kriminalität“, sagt Bodo Meseke, Leiter der Cyber Response bei EY. Sein Team eilt von Angriffen getroffenen Unternehmen zur Hilfe. Viele Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen wie EY sehen die Hilfe und Prävention gegen Cyberattacken als wachsendes Geschäftsfeld.

          Für die meisten Unternehmen steht laut EY-Umfrage die organisierte Kriminalität hinter der wachsenden Zahl an Angriffen, gefolgt von aktivistisch motivierten Hackergruppen wie Anonymus und ausländischen Geheimdiensten. Daneben können Konkurrenten, Geschäftspartner oder unzufriedene Mitarbeiter gefährlich werden. Betroffen sind vor allem Unternehmen aus den Branchen Technologie, Medien und Telekommunikation. Sie betreiben meist digitale Geschäftsmodelle und bieten daher eine große Angriffsfläche für Internetkriminalität. Für Angreifer verlockend ist aber auch der Maschinenbau wegen seiner interessanten Produkte. Für den Finanzsektor hat das Risiko von Angriffen vor allem während der Corona-Pandemie zugenommen.

          Zum Schutz vor Attacken nutzen Unternehmen häufiger neue Software und aktualisieren diese öfter, auch bauen sie ihre Firewalls aus und sensibilisieren ihre Mitarbeiter, damit diese nicht etwa auf gefälschte Emails hereinfallen, mit denen Schadprogramme ins Unternehmen geschleust werden. Cyber-Fachmann Meseke nennt eine weitere Maßnahme, die Mitarbeiter auch ohne IT-Kenntnisse umsetzen können: Er empfiehlt eine Clean-Desk-Policy. Im Klartext sollen Mitarbeiter am Ende jedes Arbeitstags ihren Schreibtisch leer räumen, damit keine Dokumente oder Datenträger mit wichtigen Kunden- oder Geschäftsdaten liegen bleiben.

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