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Exxon, Shell, BP und Total : Westliche Ölproduzenten vor Rückkehr in den Irak

Neue Verträge mit dem Irak Bild: dpa

Die Öl-Produzenten Exxon Mobil, Royal Dutch Shell, British Petroleum (BP) sowie Frankreichs Total bereiten mit Hochdruck ihre Rückkehr in den Irak vor. In Zeiten hoher Ölpreise ist das Land für die westlichen Produzenten besonders interessant.

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          Die Öl-Produzenten Exxon Mobil, Royal Dutch Shell, British Petroleum (BP) sowie Frankreichs Total bereiten mit Hochdruck ihre Rückkehr in den Irak vor. Nach Angaben der Regierung in Bagdad soll ein entsprechender Vertrag, der den westlichen Konzernen Zugang zu den lukrativen Öl- und Gasfeldern des Landes verschafft, noch bis Ende Juni unterzeichnet werden.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Angesichts der Tatsache, dass die weltweit vorhandenen Energiereserven nur schwer zugänglich sind oder aber unter der Kontrolle von Staatskonzernen der wichtigsten Förderländer stehen, ist der Einstieg in den Irak für die Akteure aus der Privatwirtschaft besonders attraktiv. Das Land verfügt gegenwärtig über 15,7 Milliarden Tonnen an gesicherten Rohölreserven und steht damit hinter Saudi-Arabien (35,4 Milliarden) und Iran (18,7 Milliarden) an dritter Position auf der Liste der ölreichsten Staaten der Welt.

          Seit mehr als einem Jahr um enge Kooperation bemüht

          Trotz des bestehenden Konflikts hätten sich die Vertreter der irakischen Regierung seit mehr als einem Jahr um die enge Kooperation mit den ausländischen Ölproduzenten bemüht, ohne dafür jedoch ein öffentliches Ausschreibungsverfahren zu starten, berichten Ölmanager in London. Von den insgesamt 120 Interessenten für die möglichen Förderlizenzen kamen 35 Unternehmen in die engere Auswahl. Neben dem weltweiten Branchenführer Exxon Mobil und den drei Konkurrenten aus Europa sollen auch der amerikanische Produzent Chevron sowie weitere Spezialfirmen aus der westlichen Ölindustrie eingebunden werden.

          Die Entscheidung zugunsten von Exxon, Shell, BP und Total sei vor dem Hintergrund erfolgt, dass Vertreter dieser Konzerne das irakische Energieministerium in den vergangenen zwei Jahren kostenlos beraten hätten, sagte ein Sprecher der Regierung in Bagdad. Die jetzt zur Debatte stehenden Verträge sind zunächst auf zwei Jahre befristet. Sie erlauben den Unternehmen beispielsweise, die lukrativen Ölfelder in Süd-Ramaila, West-Qurna oder Kirkuk zu erschließen. Das Energiereservoir im Süden des Landes hat einen Reservebestand von 47 Milliarden Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern). Dabei beläuft sich die aktuelle Produktion auf rund 1,7 Millionen Barrel pro Tag.

          Tagesproduktion könnte auf 4 Millionen Barrel steigen

          Übernehmen die westlichen Produzenten tatsächlich die Regie über die wichtigsten Ölvorkommen, solle die Tagesproduktion auf mindestens 4 Millionen Barrel steigen, erklärte der irakische Ölminister Hussain el Shahristani. Strittig ist in den noch laufenden Verhandlungen allerdings die Frage, ob und in welcher Form die Partner aus dem Westen in die nationale Öl- und Gaswirtschaft eingebunden werden sollen.

          So erklärte Shahristani: „Sollte unser Land tatsächlich die Hilfe der internationalen Ölkonzerne brauchen, steht es ihnen frei, mit unserer staatlichen Gesellschaft Iraqi National Oil Company zu kooperieren – wobei diese Zusammenarbeit zu unseren Bedingungen erfolgen muss.“ Die starken Worte des irakischen Ministers werden von Ölmanagern in London als klares Indiz interpretiert, dass die westlichen Ölproduzenten künftig bei der Gründung von Gemeinschaftsunternehmen nur die Rolle von „Juniorpartnern“ zugewiesen bekommen.

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