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Ex-Telekom-Vorstand : Staatssekretär Sattelberger

Thomas Sattelberger im Bundestag Bild: dpa

Es gibt nicht viele Spitzenmanager, die in die Politik wechseln. Der frühere Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger schaffte es im Herbst zum zweiten Mal in den Bundestag. Nun wird der FDP-Abgeordnete Staatssekretär im Forschungsministerium.

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          Er drängt, drückt, mahnt, fordert seit Langem – nun kann Thomas Sattelberger beweisen, ob er es mit seiner neuen Chefin, seiner Partei und der Ampelkoalition besser hinbekommen wird, Deutschland in die Spitzengruppe der globalen Digitalwirtschaft zu befördern. Die künftige Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger macht ihn wie auch ihren gemeinsamen Fraktionskollegen Jens Brandenburg zum Parlamentarischen Staatssekretär.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Der FDP-Politiker gehörte schon in der vergangenen Legislaturperiode zu den schillernden Persönlichkeiten im Bundestag. Er war in seinem früheren Leben Personalvorstand bei der Deutschen Telekom und Continental, vorher hatte er in führenden Positionen für Daimler und Lufthansa gearbeitet. Viele ehemalige Topmanager findet man unter den Abgeordneten nicht. Im Gegenteil. Der hemdsärmelige Schwabe aus Munderkingen an der Donau (Jahrgang 1949), der trotz seines Alters schier vor Energie platzt, schaffte es im Herbst über die FDP-Landesliste Bayern zum zweiten Mal in den Bundestag.

          Was ihn umtreibt, konnte man Anfang August in einem F.A.Z.-Gastbeitrag lesen. Er verlangte zum einen eine Aufholjagd auf den verkümmerten Feldern der Plattform-, Biotech- und Raumfahrtökonomie. Vorbild sind für ihn digitale Freiheitszonen im Umfeld der Weltklasse-Universitäten Oxford und Cambridge. Zum anderen spricht er von der Notwendigkeit, dass Deutschland sein etabliertes Standbein Maschinen-, Anlagen- und Autobau aufrüstet. „Aber nicht à la Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich neue europäische Industriechampions durch Fusionen alter Elefanten herbeizaubern will wie bei den Zugsparten von Siemens und Alstom.“ Vielmehr müsse es gelingen, das Maschinenhaus Deutschland mit Künstlicher Intelligenz und Software zu verheiraten.

          Sattelberger hat einen in jeder Hinsicht erstaunlichen Werdegang. Wie dem Munzinger-Archiv zu entnehmen ist, brach er nicht nur sein Lehramtsstudium in den unruhigen 68er-Jahren ab, sondern gehörte auch zeitweilig einer maoistischen Sekte an, bevor er in der Wirtschaft Karriere machte. Bei der Telekom gab es mächtigen Ärger, als er die Auslagerung von 50.000 Service-Mitarbeitern durchsetzte, um Kosten zu drücken. Zugleich war er in dem Dax-Konzern ein Vorreiter in Sachen Frauenförderung.

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