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Dominic Barton : Ex-McKinsey-Chef gibt Botschafterposten auf

Dominic Barton im Jahr 2017 in Davos Bild: Reuters

Nach seiner Zeit an der Spitze der Unternehmenberatung McKinsey wurde Dominic Barton Kanadas Botschafter in China. Jetzt gibt er das Amt ab.

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          Der frühere McKinsey-Chef Dominic Barton gibt seinen Botschafterposten ab. Ende des Jahres werde er von seinem Amt zurücktreten, kündigte Barton an. Der Kanadier war nach seiner Zeit als McKinsey-Chef (2009 bis 2018) zum Botschafter von Kanada in China ernannt worden. Kanadas Premierminister Justin Trudeau lobt ihn jetzt zum Abschied in den höchsten Tönen, weil Barton als Botschafter zur Freilassung von zwei Kanadiern in China beigetragen hat – der Fall hatte für mehrere Jahre die Beziehungen zwischen Kanada und China stark belastet und hatte für Barton als Botschafter höchste Priorität.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den beiden Männern war in China nach offizieller Lesart Spionage vorgeworfen wurde, doch viele westliche Politiker sahen darin eine willkürliche Vergeltungsaktion Chinas gegen Kanada. Denn die Männer wurden festgehalten kurz nachdem in Vancouver die frühere Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou auf Verlangen der Vereinigten Staaten festgenommen worden war. Die Chinesen sahen in der Festnahme der Tochter des Huawei-Gründers einen Komplott gegen Huawei, einem der wichtigsten Unternehmen Chinas. Nachdem Kanada im September die Frau nach drei Jahren Hausarrest nach China ausreisen lies, hat China im Gegenzug auch die beiden Kanadier freigelassen.

          August 2021: Dominic Barton  (3.v.l) betritt in China eine Haftanstalt, um den inhaftierten kanadischen Geschäftsmann Michael Spavor zu treffen, der dort zu elf Jahren Haft verurteilt worden war.
          August 2021: Dominic Barton (3.v.l) betritt in China eine Haftanstalt, um den inhaftierten kanadischen Geschäftsmann Michael Spavor zu treffen, der dort zu elf Jahren Haft verurteilt worden war. : Bild: dpa

          Barton hatte den Botschafterposten in Peking im September 2019 auf Bitten Trudeaus übernommen. Zuvor stand Barton neun Jahre sehr erfolgreich an der Spitze von McKinsey. Unter seiner Ägide expandierte McKinsey stark: Umsatz und Zahl der Mitarbeiter verdoppelten sich nahezu. Allerdings fällt in seine Amtszeit auch McKinseys unrühmliche Rolle in der amerikanischen Opioid-Tragödie, als McKinsey-Berater bei der aggressiven Vermarktung des süchtig machenden Schmerzmittels Oxycontin halfen. Zur Beilegung von Klagen hat McKinsey mittlerweile einem Vergleich in Höhe von rund 600 Millionen Dollar zugestimmt

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