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Pakete mit Kakerlaken : Ex-Ebay-Manager muss für Einschüchterung von Journalisten ins Gefängnis

Eine Kakerlake (Archivfoto) Bild: dpa

Lebende Insekten, indirekte Morddrohungen und belästigende Nachrichten – zwei Autoren eines Blogs mussten für ihre Berichterstattung diverse Schikanen über sich ergehen lassen. Grund dafür war offenbar ein tiefsitzender Groll in der Chefetage von Ebay.

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          Ein früherer Ebay-Manager muss für seine Rolle in einer makabren Einschüchterungskampagne gegen zwei kritische Journalisten für eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Ein amerikanisches Bundesgericht in Boston sprach den 56 Jahre alten Mann am Dienstag schuldig. Er ist der erste von sechs angeklagten ehemaligen Mitarbeitern der Online-Handelsplattform, die in die Kampagne verwickelt gewesen sein sollen. Sie richtete sich gegen die beiden Betreiber des Blogs EcommerceBytes, deren kritische Berichterstattung über Ebay gestoppt werden sollte.

          Bastian Benrath
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Anklage zufolge versuchten die Täter, das Ehepaar mit bizarren Paketen einzuschüchtern. Sie schickten ihnen unter anderem lebende Kakerlaken und andere Insekten, eine blutige Schweinsmaske sowie ein Buch darüber, wie man den Tod seines Partners bewältigt. Zudem hätten sie die beiden in elektronischen Nachrichten bedroht. Einige der Angeklagten sollen auch zum Wohnhaus der Journalisten gefahren sein, es ausgekundschaftet und geplant haben, einen Ortungssensor am Auto der Eheleute anzubringen. „Die Vorstellung, dass all diese erwachsenen Menschen zusammensitzen und sich diesen Plan ausdenken, ist für mich unbegreiflich“, sagte die Richterin bei der Verkündung des Strafmaßes. Das Verhalten der Angeklagten sei „schlicht irre“ gewesen.

          Der nun verurteilte Manager, der eine mittlere Position in Ebays Sicherheitsbereich bekleidet hatte, hat zugegeben, an einer Besprechung teilgenommen zu haben, in der Maßnahmen gegen die Journalisten geplant wurden. Er habe sich aber gegen deren Ausführung ausgesprochen und nicht erwartet, dass die Schritte tatsächlich umgesetzt würden, sagte er vor Gericht. Zudem habe er ein Alkoholproblem gehabt – seinen Angaben zufolge verursacht durch die Kultur bei Ebay, in der es üblich gewesen sei, im Büro schon am Morgen mit Kollegen zu trinken.

          Über den nun Verurteilten hinaus zog sich die Kampagne offenbar bis in höchste Führungszirkel: Als maßgeblicher Planer gilt Ebays ehemaliger oberster Sicherheitsdirektor, der die Vorwürfe abstreitet. Auch der damalige Vorstandschef von Ebay, Devin Wenig, soll Medienberichten zufolge in einer Textnachricht an seinen Sicherheitschef über die Autorin von EcommerceBytes geschrieben haben, es sei „Zeit, sie unschädlich zu machen“. Wenig legte im September 2019 überraschend sein Amt nieder, ohne eine umfassende Erklärung dazu abzugeben.

          Ebay entließ im vergangenen Sommer alle angeklagten Mitarbeiter. Für eine Beteiligung Wenigs an der Kampagne habe eine interne Untersuchung keine Anhaltspunkte ergeben, teilte das Unternehmen damals mit. Auch vor Gericht wurden weder das Unternehmen Ebay noch Wenig persönlich angeklagt.

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