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Streik des Kabinenpersonals : Eurowings streicht 170 Flüge

  • Aktualisiert am

Maschinen der Fluggesellschaft Eurowings stehen am Flughafen Hamburg. Bild: dpa

Eurowings sagt wegen des Streiks der Flugbegleitergewerkschaft Ufo zum Jahreswechsel mehr als 170 Flüge ab. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren die „wirklich unschöne Rhetorik“ der Gegenseite.

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          Wegen des für den Jahreswechsel angekündigten Streiks der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings mehr als 170 Flüge gestrichen. Betroffen sind vorwiegend Inlandsflüge, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt. Ufo will von Montag an drei Tage streiken, ein Schlichtungsangebot von Germanwings wies die Gewerkschaft zurück.

          Eurowings hatte zunächst je 54 gestrichene Flüge für Montag und Dienstag vermeldet, die Angaben wurden wenig später ergänzt. Das Unternehmen, das mit den Germanwings-Flugzeugen einen Teil seiner Flüge bestreitet, wirft Ufo eine rücksichtslose „Machtpolitik auf dem Rücken von Kunden und Mitarbeitern“ vor und kritisiert das Nein der Gewerkschaft zu einer Schlichtung.

          Der Streikaufruf von Ufo sei „völlig unverständlich und unverhältnismäßig“, erklärt das Unternehmen in München. Die Gewerkschaft wende sich gegen den Teilzeit-Tarifvertrag bei Germanwings, obwohl das Unternehmen in einer Schlichtung gemeinsam erarbeitete Teilzeitmodelle schon seit einem Jahr anwende.

          Dagegen wirft die Gewerkschaft der Konzernführung irreführende „Spielchen“ vor. Germanwings wolle mit „wohlfeilen Formulierungen“ den Eindruck erwecken, das Unternehmen erfülle die Forderungen des Kabinenpersonals, schreibt die Tarifkommission zu dem Schlichtungsangebot. Wer die Germanwings-Mitteilung genau lese, sehe, „dass man uns nicht den von uns verhandelten Tarifvertrag, sondern die Regelungen der Lufthansa aufs Auge drücken will“. Der Mutterkonzern Lufthansa habe aber weniger Teilzeitmöglichkeiten als Germanwings, einige Modelle seien nur befristet, andere ließen sich nicht kombinieren.

          „Eine wirklich unschöne Rhetorik“

          Außerdem versuche Germanwings-Geschäftsführer Francesco Sciortino „mit wirklich unschöner Rhetorik“, das Kabinenpersonal „unter Druck zu setzen“, heißt es in dem Schreiben der Tarifkommission weiter. Sciortino hatte sein Schlichtungsangebot mit der Frage verknüpft: „Wollen wir wirklich leidenschaftliche Service-Mitarbeiter zwischen Weihnachten und Neujahr mit der Frage belasten, ob sie ihre Fluggäste in einer ganz wichtigen Ferienphase einfach stehen lassen?“

          Die Gewerkschaftsvertreter erklärten, Germanwings sei am Samstag telefonisch noch einmal mitgeteilt worden, „was es braucht, um den Streik noch abzusagen“. Ufo habe „klare Forderungen“ aufgestellt und würde darüber „zur Not“ auch noch am Sonntag verhandeln, hob die Gewerkschaft hervor. Auf dieses Angebot habe Germanwings aber nicht reagiert. Angesichts des Vorgehens der Unternehmensführung sei hinsichtlich der Streiks zu befürchten, „dass drei Tage noch lange nicht genug sein werden“.

          Ufo hatte am Freitag dazu aufgerufen, von Montag 00.00 Uhr bis Mittwoch 24.00 Uhr zu streiken. An den Streiktagen soll ein Sonderflugplan gelten. Hinter dem Arbeitskampf von UFO steht ein erbitterter Streit zwischen der Flugbegleitergewerkschaft und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von Ufo für das Kabinenpersonal an und sieht die „Gewerkschaftseigenschaft“ ungeklärt. Die Streiks hält er daher für rechtswidrig. Nach Angaben von Ufo geht es um Gehaltserhöhungen, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen bei den Lufthansa-Tochtergesellschaften.

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