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Europäischer Vergleich : Hohe Arbeitskosten in der deutschen Industrie

  • Aktualisiert am

Arbeitgeber zahlen in Deutschland auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. Bild: dpa

Eine Stunde Arbeit kostet in der deutschen Industrie deutlich mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern, zeigen neue Zahlen. Die Unterschiede in Europa sind gewaltig.

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          Die Arbeitskosten in der deutschen Industrie liegen deutlich über dem Schnitt in der Europäischen Union. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, kostete eine Arbeitsstunde im Verarbeitenden Gewerbe im vergangenen Jahr durchschnittlich 38,70 Euro und damit deutlich mehr als im Durchschnitt in der EU (26,40 Euro) und im Euroraum (32,20 Euro).

          Teurer war die Arbeitsstunde in der Industrie nur in Dänemark, Belgien und Schweden. In allen drei Ländern betrugen die Arbeitskosten je geleisteter Stunde mehr als 40 Euro. Das Gefälle zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten ist weiterhin sehr groß. Am Ende der Spanne stand Bulgarien mit 3,70 Euro je Arbeitsstunde.

          In der Dienstleistungsbranche, die weniger stark im internationalen Wettbewerb steht, lag Deutschland im vergangenen Jahr mit 30,50 Euro je Stunde knapp 5 Euro über dem EU-Durchschnitt und knapp 2 Euro über dem durchschnittlichen Arbeitskostenniveau in der Währungsunion. In keinem anderen Land lagen die durchschnittlichen Arbeitskosten in den beiden Sektoren so weit auseinander wie in Deutschland. Insgesamt zahlten die deutschen Industrieunternehmen und Dienstleister zusammengenommen 33,40 Euro je Arbeitsstunde, 30 Prozent mehr als im EU-Schnitt.

          Grundlage der Berechnungen der Wiesbadener Behörde sind Zahlen, die das europäische Statistikamt Eurostat in der vergangenen Woche veröffentlicht hatte. Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten wie die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung zusammen. Im vergangenen Jahr zahlten Arbeitgeber in Deutschland im Schnitt auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzliche 28 Euro Lohnnebenkosten. Damit lagen sie etwas unter dem EU-Schnitt von 31 Euro. Die höchsten Lohnnebenkosten wurden in Schweden, Frankreich und Belgien gezahlt, die niedrigsten in Malta.

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