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Europäischer Verbund : Stromleitung durch die Ostsee

  • Aktualisiert am

Kriegers Flak bekommt eine Verbindung nach Norden Bild: dpa

Nahe Rügen sollen nationale Windparks verbunden werden. Durch die Ostsee soll Strom zwischen Deutschland und Skandinavien fließen.

          Strom zwischen Skandinavien und Zentraleuropa soll künftig auch über ein Offshore-Stromnetz in der Ostsee fließen können. Der deutsche Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission und der dänische Netzbetreiber Energinet.dk planen im Areal Kriegers Flak, dem „Dreiländereck der Ostsee“ von Deutschland, Dänemark und Schweden, eine Stromleitung zu bauen, die erstmals zwei nationale Offshore-Windparks miteinander verbindet.

          „Die Einbindung von Offshore-Windparks von zwei Staaten in eine sogenannte Interkonnektorenlösung hat Pilotcharakter für Europa“, sagte der zuständige Projektleiter von 50Hertz, Sebastian Wagner. Bislang sind Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee nur an das jeweilige nationale Festlandnetz angebunden. Wegen seines Beispielcharakters wird das Projekt „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ von der Europäischen Union mit bis zu 150 Millionen Euro gefördert. Es könnte als Modell für künftige Offshore-Stromnetze in der Ostsee, Nordsee und im Mittelmeer dienen, sagte Wagner.

          Das Flachwassergebiet Kriegers Flak liegt rund 30 Kilometer nordwestlich von Rügen. Dort haben Schweden, Dänemark und Deutschland „Ausschließliche Wirtschaftszonen“, in denen nationale Behörden Eignungsgebiete für Offshore-Windparks ausgewiesen haben und Energieunternehmen Offshore-Windparks errichten wollen. Über eine Konverterplattform und zwei parallel verlaufende Seekabel sollen von 2018 an ein dänischer Windpark mit einer Leistung von 600 Megawatt und der schon in Bau befindliche deutsche ENBW-Windpark „Baltic 2“ mit 288 Megawatt Leistung gekoppelt werden. Das technische Konzept kann um zusätzliche Stromverbindungen erweitert werden.

          Der sogenannte „Offshore Interkonnektor“ birgt nach Angaben von 50Hertz viele Vorteile: Zum einen würden über diese Verbindung nationale Strommärkte miteinander verbunden. Es könne Stromhandel betrieben werden, der zu einer größeren Durchlässigkeit der Strommärkte und in der Folge auch zu niedrigeren Strompreisen beitrage, wie Wagner sagte. Zudem kann der stark variierende Strom aus den Offshore-Windparks nach Skandinavien oder nach Deutschland abgeleitet werden, ohne die Erzeugung des Ökostroms zu reduzieren. Bislang muss bei Starkwind die Erzeugung von Strom aus Windkraft oft gedrosselt werden, um zu verhindern, dass die Netze überlastet werden.

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