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Videotelefonie : Skype muss um seinen Namen kämpfen

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Das Logo macht alles noch schlimmer: Auf diesem Foto aus dem Jahr 2011 geben die damaligen Chefs von Microsoft, Steve Ballmer (links), und von Skype, Tony Bates (rechts) den Kauf von Skype durch Microsoft bekannt. Bild: AFP

Der Videotelefon-Dienst Skype bekommt Probleme mit seinem Namen. Ein EU-Gericht hat entschieden, dass „Skype“ zu ähnlich klingt wie etwas anderes: der Pay-TV-Anbieter Sky. Und das Skype-Logo macht alles noch schlimmer.

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          Zwischen der Marke des britischen Senders „Sky“ und dem Namen des Internet-Telefoniedienstes „Skype“ besteht Verwechslungsgefahr. Das entschieden die Richter des EU-Gerichts in Luxemburg am Dienstag (Rechtssachen T-423/12, T-183/13 und T-184/13). Sie gaben damit dem EU-Markenamt Recht, das den Eintrag von „Skype“ als Marke nach Protesten von „Sky“ abgelehnt hatte. „Sky“ ließ seinen Namen vor „Skype“ schützen und besitzt damit die älteren Rechte.

          Zwischen den beiden Zeichen gebe es eine bildliche, klangliche und begriffliche Ähnlichkeit, urteilten die Richter. So würden Menschen das Wort „Sky“ („Himmel“ auf Englisch) in „Skype“ leicht wiederfinden. Zudem werde das Y in „Skype“ nicht kürzer ausgesprochen als in „Sky“. Die wolkenförmige Umrandung des Wortes „Skype“ im Logo der Firma macht die Sache aus Sicht der Richter noch schlimmer - denn es könnte den Betrachter erst recht an den Begriff „Himmel“ („Sky“) denken lassen.

          Damit kann sich „Sky“ gegen die Verwendung des Begriffes „Skype“ wehren. Allerdings ist gegen das Urteil des EU-Gerichts noch eine Berufung beim übergeordneten Europäischen Gerichtshof möglich.

          Was geschieht, wenn Skype am Ende verliert? Muss es dann seinen Namen ändern? Linklaters-Anwältin Julia Schönbohm sagt: nicht unbedingt. „Sofern ,Skype' und ,skypen' inzwischen zum Synonym für die von Skype angebotenen Telekommunikationsdienstleistungen geworden sein sollten, wären die Begriffe freihaltebedürftig und könnten nicht als Marke monopolisiert werden. Das würde gleichzeitig bedeuten, dass die Verwendung der Begriffe nicht untersagt werden kann.“

          Skype wurde im Jahr 2003 von den skandinavischen Software-Entwicklern Niklas Zennström und Janus Friis gegründet und im Oktober 2011 für 8,5 Milliarden Dollar an Microsoft verkauft. Die Klage gegen den irischen IT-Dienstleister Skype hatte Sky bereits 2005 und 2006 erhoben.

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