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Regionale Spezialität : Thüringen verkauft doppelt so viele Bratwürste

  • Aktualisiert am

Wurst-Verdoppelung. Bild: dpa

Thüringer Bratwürste verkaufen sich doppelt so gut wie im Jahr 2003. Der Aufschwung hat einen einfachen politischen Grund.

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          Die EU-Anerkennung als regionale Spezialität hat den Absatz der Thüringer Bratwurst in Deutschland und Europa kräftig angekurbelt. „Die Jahresproduktion hat sich seitdem etwa verdoppelt“, sagte der Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch, Uwe Keith. 2015 seien in Thüringen rund 40.000 Tonnen des Wurstklassikers hergestellt worden. Das sei ein moderater Anstieg zum Vorjahr gewesen - bei einem insgesamt eher stagnierenden Fleisch- und Wurstmarkt. Vor der Anerkennung durch die EU im Jahr 2003 waren nur etwa 20.000 Tonnen Bratwurst aus Thüringen gekommen.

          Thüringen zelebriert am Samstag mit dem Erfurter Bratwurstfest „Rostkultur“ den Start in die Grillsaison. Die verschiedenen Würste unterscheiden sich nur durch Gewürznuancen: mit oder ohne Kümmel, Knoblauch oder Majoran.

          Die Wurst muss aus Thüringen kommen, das Fleisch nicht

          Erstmals erwähnt wurde die Thüringer Bratwurst 1404 in einem Rechnungsbuch eines Klosters in Arnstadt, so der Herkunftsverband. Er hatte sich intensiv dafür eingesetzt, dass die Bratwurst in das europäische Register der geschützten geografischen Angaben aufgenommen wurde.

          Wer echte Thüringer Bratwürste verkaufen will, muss sie seitdem von einem Hersteller in Thüringen beziehen. Das Fleisch für die Wurst müsse aber nicht mehr unbedingt aus dem Land kommen. „Es gibt keinen Unterschied zwischen Thüringer und beispielsweise bayerischem Schweinefleisch“, sagte Keith. Das Original werde bundesweit, aber auch im Ausland vertrieben.

          Anbieter, die gegen das Herkunftsprinzip verstoßen, kann der Verband abmahnen. „Wir haben in den ersten Jahren viele Verfahren geführt, weil Firmen aus anderen Ländern ihre Würste unter der Marke Thüringer verkauft haben.“ Inzwischen habe sich die Lage beruhigt. „Es gibt nur noch einzelne, kleinere Fälle beispielsweise auf Weihnachtsmärkten“, sagte der Verbands-Geschäftsführer. Seit 2003 habe es insgesamt mehr als 200 Verfahren gegeben.

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