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Industrie schickt Brandbrief : Neue EU-Verordnung bringt Knete und Kosmetik in Gefahr

In Zahnpasta ist häufig Titandioxid enthalten. Bild: dpa

Farben, Kosmetik und Speisen enthalten Titandioxid. Die EU will den Stoff in einigen Formen als potentiell krebserregend kennzeichnen. Die Industrie ist besorgt – und schlägt in einem Brief Alarm, der der F.A.Z. exklusiv vorliegt.

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          Die Hersteller von Lacken und Farben sind raus. „Potentiell krebserregend“ – diesen Warnhinweis müssen sie nun doch nicht auf ihre Produkte drucken. Zumindest dann, wenn sich die scheidende EU-Kommission auf der letzten Anhörung am 18. September nicht mehr umstimmen lässt. Und danach sieht es aus. Für etliche andere Branchen aber geht die Lobbyschlacht um die mögliche Krebsgefahr der als Universalstoff geltenden Chemikalie Titandioxid weiter. Nach dem Willen der Kommission soll Titandioxid nämlich doch noch als potentiell krebserregend eingestuft werden – und zwar in Form von Staub und in Gebinden. Eine Warnung mit womöglich weitreichenden Folgen für die Industrie.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Am Dienstag, kurz vor dem Showdown in Brüssel, haben sich deshalb fast 300 Unternehmen und Verbände aus Europa in einem Appell an die Kommission dafür starkgemacht, die Entscheidung abermals zu verschieben und erst eine Abschätzung der Folgen zu veranlassen. Zu den Unterzeichnern des Briefes, der der F.A.Z. vorliegt, gehören neben einer ganzen Reihen von Unternehmen von BASF bis Henkel auch der Maschinenbauverband VDMA, der Chemieverband VCI, der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und der Bundesverband der Deutschen Industrie.

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