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Private Equity : Gute Heuschrecken, schlechte Heuschrecken

Demonstranten protestieren Ende Januar in Los Angeles gegen die Übernahme der .org-Domain durch Finanzinvestoren. Bild: AP

In Berlin trafen sich in der vergangenen Woche die wichtigsten Akteure der „Heuschrecken“-Branche Private Equity. Ihr Geschäft ist nicht schwarz oder weiß – es kommt, wie so oft, immer auf den Einzelfall an.

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          Im dritten Stock des Großhotels laufen Private-Equity-Profis durch enge Gänge, zum Speeddating. Beteiligungsgesellschaften haben alle Zimmer in Beschlag genommen, sie reden mit Geldgebern und Beratern. Ihr Geschäftsmodell: Geld von Pensionskassen und anderen institutionellen Investoren einzuwerben. Damit kaufen sie Unternehmen, halten diese typischerweise drei bis sieben Jahre und reichen sie dann später weiter – wenn es gutgeht, mit Gewinn. Der wird an die Kapitalgeber ausgeschüttet, abzüglich Gebühren und vielleicht Gewinnbeteiligung.

          In dem Hotel in Berlin kamen die Akteure der Branche diese Woche zu ihrem jährlichen Leittreffen „Super Return“ zusammen, der „Superrendite“. Über den Namen der Konferenz sind viele Finanzinvestoren nicht mehr glücklich, weil sie fürchten, er klinge nach Gier und Firmenjagd. Die Beteiligungsprofis mühen sich seit langem, ihren Nutzen für alle hervorzuheben: für die Unternehmen, die Beschäftigten, die Volkswirtschaft. Dass sie in Deutschland an Bedeutung gewonnen haben, daran besteht kein Zweifel. Mehr als eine Million Menschen arbeitet nach Berechnung des Branchenverbands hierzulande in Unternehmen in Hand der Finanzinvestoren. Auf knapp 200 Milliarden Euro addieren sich deren Jahresumsätze.

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