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Erotik-Kalender im Unternehmen : Nackte Haut im Spind wird knapp

  • -Aktualisiert am

Aus der Zeit gefallen: Werkstatt-Flair mit Pin-up-Kalender von 1991 Bild: Helmut Meyer zur Capellen / imag

Warum brauchen Automechaniker aufreizende Fotos auf Kalendern und ist das überhaupt noch zeitgemäß? Manches Unternehmen schwenkt schon um.

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          Man kann es ja mal probieren. Für manchen der legendären Pirelli-Kalender mit leichtbekleideten Supermodells sollen schon Tausende von Euros bezahlt worden sein – warum nicht auch für einen Erotik-Kalender von Würth? Für 199 Euro preist ein Ebayer ein Exemplar von 2017 an. Auf dem Titel prangt das Foto einer brünetten Frau, deren Busen halbnackt ist, weil der knallrote, gehäkelte Bikini hinten offen ist. „Kunst sexy neu und unbenutzt“, lockt der Verkäufer, auch wenn der gleiche Kalender einen Klick weiter für weniger als 10 Euro zu haben ist. Dutzende gibt es davon, ältere wie aktuelle. Würth, der weltgrößte Schraubenhändler, verschenkt den Kalender in einer Auflage von rund 800.000 Stück an seine Kunden, sofern diese interessiert sind.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Ist das noch zeitgemäß? Hängen sich die Machos unter den Schreinern und Automechanikern mit Lust solche Kalender mit aufreizenden Motiven in den Spind? „Das Kalenderkonzept kennzeichnet sich durch Hochwertigkeit und Ästhetik“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme von Würth. Beinahe trotzig wirkt die Bemerkung zwei Sätze weiter: „Die Gestaltung der Kalender trägt dem Wandel und der Veränderung in der Gesellschaft Rechnung.“ Für den Schreinermeister Guido Schmidt, der in Stuttgart seit 1995 eine Tischlerei betreibt, stellt sich die Sache ganz anders dar: „Ich habe verboten, so etwas aufzuhängen.“ Würth ist nicht allein damit, das richtige Maß zwischen Erotik und Sexismus zu finden.

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