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Ehemaliger Erotik-Riese : Beate Uhse muss abermals Insolvenz anmelden

  • Aktualisiert am

Eine Kundin geht in ein Beate Uhse-Geschäft in Berlin (2017). Bild: EPA

Dem ehemaligen Erotik-Konzern Beate Uhse geht es abermals schlecht. Erst 2018 wurde die Gesellschaft an einen niederländischen Fonds verkauft. Nun droht ein weiterer Stellenabbau.

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          Die Restunternehmen des einstigen Erotik-Konzerns Beate Uhse haben erneut Insolvenz angemeldet. Die Muttergesellschaft be you GmbH sowie die drei Tochterunternehmen Beate Uhse Einzelhandels GmbH, Versa Distanzhandel und Beate Uhse Fun Center hätten den Insolvenzantrag am vergangenen Mittwoch beim Amtsgericht Flensburg gestellt, sagte ein Sprecher des Gerichts. Er bestätigte damit einen Bericht der „Wirtschaftswoche“. Zum Insolvenzverwalter sei der Anwalt Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White&Case bestellt worden, der bereits das erste Insolvenzverfahren von Beate Uhse gemanagt hat.

          Beate Uhse hatte über viele Jahre Umsatz und Gewinn eingebüßt und war im vergangenen Jahr aus der Insolvenz heraus an einen Fonds des niederländischen Investors Robus Capital Management verkauft worden. Der Personalbestand wurde im Laufe des vorigen Insolvenzverfahrens von 500 auf 150 abgebaut, die „Wirtschaftswoche“ nennt nun weitere 70 betroffene Arbeitnehmer. Aktuelle Bilanzen oder Angaben zu Umsätzen des Unternehmens liegen nicht vor. Zur Zeit werden darüber nachgedacht, was mit den Filialen passieren soll. 

          Am Donnerstag war bereits bekannt geworden, dass die niederländische EDC Gruppe das Internetgeschäft von Beate Uhse übernommen hat. Wie EDC mitteilte, soll durch die Übernahme des Online-Handels einer der größten Internetanbieter für Sexspielzeug in Europa entstehen. EDC betreibt bereits den laut eigenen Angaben größten Erotikwebstore der Niederlande und produziert auch eigene Artikel, mit denen die Firma andere Geschäfte beliefert. EDC wurde nach Unternehmensangaben vor zwölf Jahren in einem Dachzimmer gegründet und beschäftigt heute 140 Mitarbeiter, die vergangenes Jahr 21 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten. 

          Beate Uhse war nach dem Krieg von der gleichnamigen Unternehmerin in Flensburg gegründet worden und ging 1999 an die Börse. Das Unternehmen konnte nach dem Siegeszug des Internets nicht mehr an die Erfolge der 60er und 70er Jahre anschließen und verlor immer mehr Kunden und Marktanteile. Mehrere Anläufe zur Revitalisierung der Marke scheiterten. Der Wert des Unternehmens liegt heute im wesentlichen im Markennamen, der immer noch über eine hohe Bekanntheit in der Bevölkerung verfügt.

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