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Untreue? : Ermittler durchsuchten Büro des Porsche-Chefs

  • Aktualisiert am

Porsche-Chef Oliver Blume vor einem der Autos, die er verkauft Bild: AFP

Das persönliche Büro des Porsche-Chefs Oliver Blume wurde von Ermittlern durchsucht. Das hat dieser jetzt bestätigt. Im Zentrum der Ermittlungen stehen ein Steuerberater von Porsche und die Vergütung eines Betriebsrates.

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          Porsche-Chef Oliver Blume hat eine Durchsuchung seines persönlichen Büros am vergangenen Dienstag bestätigt. „Richtig ist, dass am 28. Mai mehrere Geschäftsräume von Porsche durchsucht wurden, auch mein Büro“, sagte Blume dem „Handelsblatt“. Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Landeskriminalamt hatten mit 176 Einsatzkräften verschiedene Standorte der VW-Tochter Porsche und Finanzbehörden durchsucht.

          Laut der Staatsanwaltschaft soll nach den bisherigen Ermittlungen ein Beamter des Konzernprüfungsamtes Stuttgart bei laufender Betriebsprüfung geheime Informationen an einen Steuerberater von Porsche verraten und im Gegenzug Vorteile angenommen haben. Die „Bild am Sonntag“ berichtete, im Gegenzug habe die Tochter des Beamten einen Job bei Porsche erhalten. Gegen Porsche richteten sich diese Ermittlungen jedoch nicht. Porsche-Chef Blume sagte, der Vorwurf des Geheimnisverrats sei für ihn neu gewesen.

          Zu viel Geld für den Betriebsrat?

          Darüber hinaus besteht den Staatsanwälten zufolge der Verdacht, dass einem ehemaligen Betriebsratsmitglied unverhältnismäßig hohe Vergütungen gezahlt worden seien. Fünf Porsche-Mitarbeiter, teilweise Führungskräfte, und der auch im anderen Fall verdächtigte Steuerberater könnten sich damit unter anderem wegen Untreue strafbar gemacht haben. Der Betriebsrat selbst gehört nicht zu den Beschuldigten.

          Mit der Frage nach der zulässigen Höhe der Betriebsratsvergütung habe sich Porsche schon vorher beschäftigt, sagte Blume. „Deswegen haben wir schon vor längerer Zeit die Diskussion zur Angemessenheit der Vergütung mit den Finanzbehörden gesucht“, sagte Blume.

          Durchsucht wurden neben Büroräumen des Sportwagenbauers in Stuttgart und Weissach auch die Finanzbehörden, die Kanzlei des Steuerberaters sowie Privatwohnungen in den Landkreisen Karlsruhe und Pforzheim sowie im Ostalbkreis.

          Der Fall birgt Parallelen zu Volkswagen. Dort hatte die Staatsanwaltschaft ebenfalls wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, ob Arbeitnehmervertretern zu hohe Gehälter genehmigt worden waren. Auch dort zählten Betriebsräte nicht zu den Beschuldigten. Volkswagen hatte daraufhin die Gehälter führender Arbeitnehmervertreter zeitweise gedeckelt.

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