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Kurzfristige Umstellung schwer : Unternehmen sehen wenig Einsparpotential für Erdgas

Die Chemieproduktion im BASF-Werk in Ludwigshafen ist bislang noch auf Gas angewiesen. Bild: picture alliance / Daniel Kubirski

Ohne Erdgas geht es in vielen Industrien nicht – kurzfristig ließen sich bestenfalls 8 Prozent einsparen, rechnet der Branchenverband BDEW vor. Habecks Auktionspläne werden deshalb keine große Wirkung entfalten.

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          Auf den ersten Blick sieht es nach einem verlockenden Mo­dell aus: Unternehmen, die ihren Verbrauch an teurem Erdgas verringern, sollen zusätzlich Staatsgeld bekommen, damit sich die Speicher für den kommenden Winter schneller füllen. Das von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Wochenende vorgeschlagene Auktionsverfahren stößt in den Spitzenverbänden der Industrie auf ein grundsätzlich positives Echo – schließlich wären solche Ausschreibungen weniger einschneidend als eine Zwangsrationierung des Gasverbrauchs, wie sie die Bundesnetzagentur für den schlimmsten Fall vorbereitet. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) lobte den bisher nur in seinen Umrissen bekannten Habeck-Plan denn auch als „marktwirtschaftliches Instrument“.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.
          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Mehr als ein Drittel des deutschen Erdgasverbrauchs entfällt auf die großen In­dustrieunternehmen, 13 Prozent gehen in Handel, Gewerbe und Dienstleistungen. Das wirkt wie ein großer Hebel, tatsächlich ist es indes zumindest kurzfristig schwierig, den Gasverbrauch der Unternehmen zu verringern. Wie groß das Einsparpotential ist, versucht die Bundesnetzagentur durch eine Abfrage unter den 2500 größten Gasverbrauchern zu klären.

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