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Radikaler Wandel : Eon verabschiedet sich von Atom, Kohle und Gas

  • Aktualisiert am

Der Eingang der Eon-Zentrale in Düsseldorf Bild: dpa

Deutschlands größter Energiekonzern steckt in der Krise – und erfindet sich neu: Er will aus dem Geschäft mit Atomkraft, Kohle und Gas komplett aussteigen. Was bleibt?

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          Der durch die Energiewende unter Druck geratene Versorger Eon bereitet einen radikalen Konzernumbau vor. Das Geschäft mit der Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie der Energiehandel werde 2016 mehrheitlich an die Aktionäre abgegeben und der Rest an die Börse gebracht, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. Der verbleibende Konzern bestehe dann noch aus der Erzeugung von Ökostrom sowie dem Betrieb der Strom- und Gasnetze und dem Vertriebsgeschäft.

          Eon brachte zugleich den Verkauf der Geschäfte in Spanien und Portugal an den australischen Infrastrukturinvestor Macquarie unter Dach und Fach, musste aber wohl im laufenden Quartal Abschreibungen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro vornehmen. Für die Jahre 2014 und 2015 sollen die Aktionäre eine Dividende von 50 Cent je Aktie erhalten.

          Energiewirtschaft : Reaktionen auf Radikal-Umbau bei Eon

          Mit der Abspaltung der Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke reagiert Eon auf den Preisverfall bei den Großhandelspreisen für Strom. Diese sind wegen der Überkapazitäten an Kraftwerken und dem Ausbau des Ökostroms allein seit Anfang 2013 um mehr als ein Viertel gefallen. „Das bisherige breite Geschäftsmodell von Eon wird den neuen Herausforderungen nicht mehr gerecht“, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. Deshalb wolle sich das Unternehmen radikal neu aufstellen. Im kommenden Jahr wolle das Management die Voraussetzungen für die Abspaltung und den Börsengang der konventionellen Kraftwerke schaffen. Zu dem abgespalteten Teil würden auch der globale Energiehandel sowie die Bereiche Exploration und Produktion gehören.

          Die Geschäfte in Spanien und Portugal verkauft Eon zu einem Unternehmenswert von 2,5 Milliarden Euro an Macquarie. Reuters hatte bereits in der vergangenen Woche über die Pläne berichtet. Die im vierten Quartal fälligen Abschreibungen entfielen auf das Südeuropa-Geschäft sowie auf Kraftwerke. Durch die Abschreibungen werde der Konzern im Geschäftjahr 2014 einen erheblichen Fehlbetrag einfahren. Die Prognose für einen Betriebsgewinn von 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro sowie für einen nachhaltigen Überschuss von 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro behalte der Konzern jedoch bei. Für 2014 und 2015 will Eon eine Dividende von 50 Cent zahlen, nach 60 Cent im Jahr 2013.

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