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RWE-Eon-Deal : „NRW behält zwei starke europäische Player“

  • Aktualisiert am

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) Bild: dpa

Städte in Nordrhein-Westfalen halten fast ein Viertel am Energiekonzern RWE. Kommunale Aktionäre und der Wirtschaftsminister freuen sich über den Deal mit Eon – und auch die Kanzlerin äußert sich.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die geplante Neuordnung bei den Energieriesen Eon und RWE indirekt grundsätzlich begrüßt. Merkel sagte am Montag in Berlin, sie habe Vertrauen in die Energiekonzerne, dass diese die beste Variante wählten, wie sie die Energiewende schafften. Im Koalitionsvertrag habe der schnellere Ausbau von Trassen zur Energiewende eine große Bedeutung. Merkel verwies daneben auf Äußerungen von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries. „Es ist gut, wenn es in Deutschland wettbewerbsfähige und international orientierte Energieversorger gibt“, hatte Zypries erklärt.

          Eon will zunächst die RWE-Ökostrom- und -Netztochtergesellschaft Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. Eon würde dabei das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhalten. Die erneuerbaren Energien sollen unter dem Dach von RWE vereint werden, Innogy würde zerschlagen.

          Auch die kommunalen Aktionäre von RWE stellen sich hinter die Pläne des Versorgers. Die geplante Transaktion sei „sowohl strategisch wie auch finanzwirtschaftlich grundsätzlich positiv zu werten“, teilten die kommunalen RWE-Aktionäre am Montag mit. Mit ihr sei „ein wesentlicher Schub für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende zu erwarten". Zudem werde aus Sicht der Kommunen das Geschäftsmodell von RWE gestärkt. „Deshalb werden wir den Transaktionsprozess positiv begleiten, aber dabei auch Wert darauf legen, dass die kommunalen Interessen gewahrt und gestärkt werden", erklärten sie.

          Die Kommunen, darunter Städte wie Essen und Dortmund, sind der größte Einzelaktionär von RWE. Zusammen halten sie rund 23 Prozent der Anteile. Auch der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) begrüßte die Neuordnung der Geschäfte. „NRW behält zwei starke europäische Player auf dem Energiemarkt“, sagte der FDP-Politiker am Montag. Dies sei besser als andere angedachte Lösungen unter Berücksichtigung internationaler Kaufinteressenten. Die geplante Aufteilung sei betriebswirtschaftlich sicher sinnvoll und auch effizient.

          Wichtig sei, dass bei der Neuordnung die Interessen der Beschäftigten gewahrt würden, betonte der Minister. Mit kartellrechtlichen Problemen rechnet er nicht. Pinkwart betonte, RWE und Eon seien bei der Umsetzung der Energiewende weniger erfolgreich gewesen als erwartet. „Wir hoffen, dass die Konzerne nach der Neuordnung ihrer Geschäftsfelder die Energiewende besser bewältigen als bisher.“

          Verdi und die Gewerkschaft IG BCE begrüßten eine solche Transaktion, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der Gewerkschaft zufolge am Montag in Potsdam. Die Arbeitnehmer würden den Plänen im Aufsichtsrat zustimmen, sagte Bsirske, der auch Vize-Chef des RWE-Aufsichtsrats ist. Sie sähen sie als Chance für alle Beteiligten, starke und investitionskräftige Unternehmen aufzubauen und Perspektiven für Wachstum und Arbeitsplätze zu erschließen.

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