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Kommentar : Entspannung für Fitschen

  • -Aktualisiert am

Der Doppelrücktritt an der Spitze der Deutschen Bank hat einen kuriosen Nebeneffekt: Ko-Vorstandschef Jürgen Fitschen kann seinen eigenen Strafprozess nun lockerer sehen.

          Der Doppelrücktritt an der Spitze der Deutschen Bank hat einen kuriosen Nebeneffekt: Ko-Vorstandschef Jürgen Fitschen kann seinen eigenen Strafprozess wegen versuchten Prozessbetrugs nun lockerer sehen. Schon an diesem Dienstagmorgen geht es - nach einer kleinen Frühlingspause - am Münchner Landgericht weiter.

          Fitschen ist dort der prominenteste Angeklagte. Doch seit mit John Cryan ein Nachfolger für die Führung der Bank nominiert wurde, stellt sich weniger dringlich als bisher die Frage: Kann jemand, der jede Woche einen Tag lang vor einer Wirtschaftsstrafkammer steht, trotzdem mit voller Kraft das größte Geldhaus dieses Landes steuern?

          Bislang betrug seine „Restlaufzeit“ noch fast zwei Jahre. Gut möglich, dass es bis dahin längst zu einem Gerichtsurteil kommt. Auch wenn hier ein Freispruch keineswegs ausgeschlossen erscheint - eine Strafe oder zumindest eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen kommt ebenfalls in Betracht.

          Dann aber hätte der Ko-Vorstandsvorsitzende einen weiteren Grund zur Sorge. Denn die Bankenaufsicht müsste prüfen, ob er noch die vom Kreditwesengesetz geforderte Zuverlässigkeit besitzt. Jetzt aber wurde seine Amtszeit verkürzt. Nur noch ein Jahr bleibt Fitschen an Bord - nämlich bis zum Mai des kommenden Jahres. So schnell aber mahlen die Mühlen von Justiz und Bürokratie dann doch nicht.

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