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Entsorgungsunternehmen : Der Grüne Punkt wird verkauft

Als Selbsthilfeorganisation von Industrie und Handel gegründet: der Grüne Punkt Bild: ddp

Das Müllsammelsystem „Der Grüne Punkt“ ist das marktbeherrschende Unternehmen bei der Beseitigung von Verpackungsabfall in Deutschland. Jetzt steht es vor dem Verkauf. Großes Interesse wird Sita Deutschland nachgesagt.

          Das Müllsammelsystem Duales System Deutschland (DSD), besser bekannt als Grüner Punkt, steht vor dem Verkauf. Der Eigentümer, die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR), will sechs Jahre nach dem Einstieg Kasse machen. Nach Informationen der F.A.Z. ist mit einem Abschluss noch vor Jahresende zu rechnen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Ein ursprünglich ebenfalls erwogener Börsengang für das DSD ist vom Tisch. Der Verkaufsprozess sei schon weit vorangeschritten, hieß es aus Branchenkreisen. Mehreren privaten Entsorgern lägen Exposés vor, auch zwei oder drei Finanzinvestoren zeigten Interesse. Sprecher des Grünen Punktes und von KKR lehnten jeden Kommentar ab.

          Immer noch das marktbeherrschende Unternehmen

          Mit einem Marktanteil von etwa 60 Prozent ist der vor 20 Jahren als Selbsthilfeorganisation von Industrie und Handel gegründete Grüne Punkt immer noch das marktbeherrschende Unternehmen bei der Beseitigung von Verpackungsabfall. Das DSD organisiert die Abholung der gelben Säcke und Tonnen sowie das anschließende Recycling. Es vergibt die Aufträge dafür an Entsorgungsunternehmen.

          Großes Interesse wird Sita Deutschland nachgesagt, einer Tochtergesellschaft des französischen Konzerns Suez. Das Unternehmen mit Sitz in Köln ist die Nummer vier auf dem privaten deutschen Müllmarkt und gilt mit der Muttergesellschaft im Rücken als ausreichend finanzstark. Eine Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Auch Marktführer Remondis wollte sich nicht äußern. Ein klares Dementi kam von der ebenfalls aus Frankreich gesteuerten Hamburger Veolia Umweltservice sowie dem Berliner Entsorgungskonzern Alba.

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