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Entscheidung vertagt : Burgfrieden in Wolfsburg

Wer ist hier der Boss? Herbert Diess drückt aufs Tempo mit dem Umbau von Volkswagen, das passt längst nicht jedem. Bild: www.marco-urban.de

Der Machtkampf zwischen VW-Chef und Betriebsrat schwelt auch nach der wichtigen Präsidiumssitzung weiter. Derweil springt der Markenvorstand für Elektromobilität ab.

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          Besinnliche Adventsstunden dürfte VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in diesen Tagen kaum genießen können. Eine knappe Woche lang hat er Zeit, im schwelenden Machtkampf zwischen Volkswagen-Chef Herbert Diess und den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat um Betriebsratschef Bernd Osterloh eine Lösung zu finden. Donnerstag nächster Woche trifft sich der Aufsichtsrat zur letzten Sitzung in diesem Jahr. „Es werden jetzt viele Gespräche geführt“, heißt es aus dem Umfeld. Diess, so ist zu hören, erwartet im Führungsgremium Entscheidungen über die Besetzung wichtiger Vorstandsposten und über einschneidende Änderungen bei VW noch in diesem Jahr. Osterloh bremst. Am Dienstagabend hat sich das Präsidium des Aufsichtsrats nach mehr als drei Stunden Beratung ohne Ergebnis vertagt. Keiner der strittigen Punkte ist nach Informationen der F.A.Z. entschieden worden. Über eine angeblich von Diess geforderte vorzeitige Vertragsverlängerung soll gar nicht weiter gesprochen worden sein.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Zwei Stunden waren für die Sitzung angesetzt, am Ende sprachen die wichtigsten Führungspersönlichkeiten im innersten Machtzirkel von VW länger als drei Stunden über den neu entfachten Konflikt. Diess soll es darum gehen, als Vorstandsvorsitzender in entscheidenden Personalfragen für das Unternehmen seine Vorschläge durchsetzen zu können. Der Konzernvorstand für Beschaffung ist vakant, seitdem Einkaufschef Stefan Sommer im Juni zermürbt durch Konflikte in Wolfsburg kündigte. Finanzvorstand Frank Witter scheidet im nächsten Sommer aus – spätestens Anfang 2021 sollte klar sein, wer ihm folgt. Diess hat Vorschläge, doch Osterloh hat eigene Vorstellungen. Er wisse von keinem Streit, kommentierte der selbstbewusste Betriebsratschef das nur. Aber er sei zuversichtlich, dass der Aufsichtsrat die richtige Wahl treffen und die richtigen Kandidaten auswählen werde, um den Umbau des Unternehmens in den nächsten Jahren zu gestalten.

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