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Energiewende : Siemens will Solargeschäft verkaufen

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Siemens beendet seinen verlustreichen Ausflug in die Solarenergie-Technik. Im Zuge des anstehenden Sparprogramms solle das Geschäft verkauft werden, teilte der Konzern am Montag mit. Gespräche mit Interessenten gebe es bereits, sagte ein Firmensprecher. Dabei geht es vor allem um das kleine Photovoltaikgeschäft der Münchner und den vor einigen Jahren
          übernommenen Solarthermie-Spezialisten Solel. Als Interessent dafür kommt offenbar der ehemalige Chef des Solartechnikspezialisten infrage. „Heute ist kein guter Tag für die Solarindustrie“, sagte Avi Brenmiller am Montag. Er war vor der Übernahme Vorstandschef des israelischen Unternehmens und gehört zu den Gründern. Der 45 Prozent umfassende Siemensanteil an der italienischen Archimede sei bereits wieder an den
          Haupteigentümer Angelatoni Industries zurückverkauft worden.

          Im Bereich der erneuerbaren Energieträger werde sich Siemens auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren, hieß es. Die Erwartungen an die Solarenergie hätten sich nicht erfüllt. Von den Verkaufsplänen sind weltweit 680 Mitarbeiter betroffen. Elektrotechnische Komponenten wie Generatoren und Netztechnik werde es aber weiterhin von Siemens geben.

          680 Mitarbeiter betroffen

          Der Konzern hatte vor allem auf Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenhitze gesetzt und dafür eigens die israelische Solel für 418 Millionen Dollar gekauft. Die Strategie zahlte sich jedoch nicht aus. Solel machte mehr Verlust als Umsatz. Siemens musste rund die Hälfte des Kaufpreises abschreiben. Insgesamt machte Siemens in seiner Sparte Solar & Hydro, die nun aufgelöst wird, weniger als
          300 Millionen Euro Umsatz. Davon entfällt der Löwenanteil auf Solartechnik, da das Unternehmen Wasserkraftanlagen zusammen mit Voith baut. Die Schwaben besitzen die Mehrheit an der Gemeinschaftsfirma Voith Hydro und konsolidieren sie bei sich.

          „Der globale Markt für Solarthermie ist von vier Gigawatt auf zuletzt etwas über ein Gigawatt zurückgegangen. Hier werden künftig
          Spezialanbieter ihre Stärken ausspielen können“, sagte Siemens-Vorstand Michael Süß. Wegen veränderter Rahmenbedingungen, geringeren Wachstums und starken Preisdrucks in den Solarmärkten hätten sich Siemens’ Erwartungen im Bereich Solarenergie nicht erfüllt. Vor allem die Erzeugung von Strom durch Sonnenhitze hat verglichen mit der billigeren Photovoltaik, wo Energie alleine aus dem Licht gewonnen wird, einen schweren Stand. Die Anforderungen für die Standorte sind hoch, Kraftwerksprojekte langwierig und eher selten. Im vergangenen Jahr war der europäische Solarkraftwerkspionier Solar Millennium pleite gegangen. Und auf das dutzende Milliarden schwere Wüstenstromprojekt Desertec will der Partner Siemens offenbar nicht mehr warten.

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