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Energieversorger : RWE macht hohen Verlust

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RWE verdient sein Geld mit konventionell erzeugtem Strom, wie in diesem Braunkohlemeiler in Niederaußem. Bild: EPA

Die gefallenen Strom-Großhandelspreise machen dem Energieversorger zu schaffen. Die Essener stellen außerdem klar, dass sie die Mehrheit an ihrer Ökostrom-Tochtergesellschaft Innogy nicht abgeben wollen.

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          Der Energiekonzern RWE will die Mehrheit an seiner Ökostrom-Tochtergesellschaft Innogy behalten. In einer Mitteilung vom Dienstagmorgen verwiesen die Essener auf einen Beschluss des Aufsichtsrats aus dem Jahr 2015, dass RWE zwar grundsätzlich Innogy-Anteile verkaufen könne – jedoch nur bis auf 51 Prozent. Nach dem Innogy-Börsengang im Herbst vergangenen Jahres hält RWE noch knapp 77 Prozent.

          Am Vorabend hatte die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der französische Strom- und Gaskonzern Engie eine Übernahme von Innogy erwäge. Der frühere Staatskonzern berate sich derzeit mit Fachleuten, hieß es unter Berufung auf gut informierte Kreise. Eine finale Entscheidung sei noch nicht getroffen worden, der Deal könne auch noch abgeblasen werden. Seitens RWE hieß es: "Von unserer Finanzbeteiligung Innogy versprechen wir uns eine hohe und stabile Dividende." Für 2016 kassiert der Mutterkonzern von seiner Tochtergesellschaft eine Gewinnbeteiligung von 683 Millionen Euro.

          Der Energiekonzern will nach einem Rekordverlust im laufenden Jahr operativ erstmals wieder zulegen und setzt dabei auch auf die Beteiligung an seiner Ökostromtochter Innogy. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll 2017 bei 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro nach 5,4 Milliarden 2016 liegen, wie der Versorger am Dienstag mitteilte. Nach dem abermaligen Ausfall der Dividende für Stammaktionäre strebe der Konzern für 2017 eine Ausschüttung von 50 Cent je Aktie an. In den Folgejahren solle sie mindestens genauso hoch sein. RWE hatte bereits im Februar für 2016 nach Abschreibungen auf seine Kohle- und Gaskraftwerke einen Nettoverlust von 5,7 Milliarden Euro vorgelegt.

          Unser Geschäftsmodell dreht sich rund um das Thema Versorgungssicherheit", sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. Er erwartet, dass 2017 die Ergebnisse der Kohle- und Gaskraftwerke wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise deutlich schlechter ausfallen. Dem stünden jedoch deutliche Zuwächse im Handelsgeschäft und leichte Verbesserungen bei Innogy gegenüber. Das bereinigte Nettoergebnis soll auf 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro klettern von 0,8 Milliarden Euro.

          Der Nettoverlust von 5,7 Milliarden Euro von 2016 ist der höchste in der fast 120-jährigen Unternehmensgeschichte. 2013 hatte der Versorger ebenfalls nach hohen Abschreibungen einen Fehlbetrag von 2,8 Milliarden Euro geschrieben.

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