https://www.faz.net/-gqe-837f2

Noch ein Angebot : Energiekonzern EnBW bietet für Prokon

  • Aktualisiert am

Rund 75.000 Anleger werden durch die Prokon-Pleite große Teile ihres Engagements verlieren. Bild: dpa

Innerhalb von wenigen Tagen meldete sich offenbar ein zweiter Bieter für den pleite gegangenen Windparkbetreiber Prokon. Es soll sich um keinen geringeren als EnBW handeln.

          1 Min.

          Der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW will angeblich den insolventen Windparkbetreiber Prokon übernehmen. Ein entsprechendes Gebot werde dem Insolvenzverwalter übermittelt, berichtet das „Handelsblatt“ und beruft sich dabei auf Branchenkreise. Der Wert von Prokon wird dem Bericht zufolge dabei auf mindestens eine halbe Milliarde Euro geschätzt. EnBW wollte sich nicht dazu äußern.

          Mit der wohl bevorstehenden Offerte des Energiekonzern ist innerhalb von wenigen Tagen schon der zweite Bieter für die zahlungsunfähige Firma aufgetreten: Der Hamburger Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage hat schon ein Kaufangebot abgegeben. Über ein Tochterunternehmen wolle Capital Stage 94,9 Prozent von Prokon übernehmen, für die restlichen 5,1 Prozent solle ein anderer Investor aufkommen, teilte das börsennotierte Unternehmen bereits am Freitagabend mit.

          Über die Höhe des Angebots und weitere Details habe man mit dem
          Prokon-Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin Stillschweigen vereinbart,
          bis der Gläubigerausschuss darüber entscheiden soll. Ein Sprecher von Penzlin bestätigte am Samstag, dass der Gläubigerausschuss in dieser Woche tagen wird. Er erklärte: „Die Investoren geben in diesen Tagen Angebote ab.“ Namen nannte er jedoch nicht.

          Die Prokon-Pleite soll im Juli abgeschlossen sein. Dann müssen sich
          die Gläubiger des Unternehmens aus Itzehoe für einen von zwei
          Insolvenzplänen entscheiden, hatte Penzlin erklärt. Noch ist offen,
          ob Prokon zu einer Genossenschaft wird oder an einen Investor geht.
          Rund 75.000 Anleger werden wohl ungefähr die Hälfte ihrer Anlagen von 1,44 Milliarden Euro verlieren. Die börsennotierte Capital Stage AG betreibt nach eigenen Angaben 62 Solar- und 6 Windparks mit einer Leistung von rund 450 Megawatt in Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien.



          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Astra-Zeneca ist Hersteller eines schon in mehreren Ländern zugelassenen Impfstoffs gegen Covid-19.

          Impfstoff-Hersteller : Chef von Astra-Zeneca weist Vorwürfe der EU zurück

          Die EU habe keinen Grund, über Lieferengpässe zu klagen, sagt Pascal Soriot. Brüssel habe erst spät unterschrieben, es gebe keine Pflicht für eine bestimme Menge. Meldungen, wonach der Astra-Zeneca-Impfstoff nicht bei Älteren wirke, bezeichnete er als „dummes Zeug“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.