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Energie : Solarworld übernimmt Solaraktivitäten von Shell

  • Aktualisiert am

Amerika vom Öl unabhängiger machen: Solarworld Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Deutschlands umsatzstärkster Solarzellen-Hersteller wird die Solaraktivitäten der Shell-Gruppe übernehmen. Damit will Solarworld auch von den Bestrebungen Amerikas profitieren, unabhängiger vom Öl zu werden.

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          Deutschlands umsatzstärkster Solarzellen-Hersteller Solarworld wird die Solaraktivitäten der Shell-Gruppe übernehmen.

          Damit steige Solarworld zum größten Produzenten von Solarstromtechnologien in den Vereinigten Staaten auf, teilte die im Technologieindex TecDax notierte Firma am Donnerstag in Bonn mit. „Angesichts des kürzlich beschlossenen umfangreichen Förderprogramms in Kalifornien nutzt der Solarworld-Konzern mit dieser Expansion exzellente Wachstumschancen“, erklärte Vorstandschef Frank Asbeck. Die Shell-Gruppe unterhalte im kalifornischen Camarillo eine integrierte Wafer-, Zellen- und Modulfertigung, die künftig von Solarworld AG betrieben werde.

          Keine Angaben über den Kaufpreis

          Die Produktionskapazitäten, die durch diese Vereinbarung an Solarworld übergehen, beliefen sich auf rund 80 Megawatt (MW). Die Firma übernehme neben jenen in den Vereinigten Staaten und Deutschland auch Standorte in Singapur und Südafrika. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

          „Wir erwarten, daß der - infolge der derzeitigen Rohstoffsituation - niedrige Siliziumdurchsatz an den neuen Standorten in naher Zukunft beendet wird“, ergänzte Asbeck. Parallel zu den durch die Vereinbarung neu zufließenden Rohstoffen werde ein Teil der Solarworld-Ressourcen der dortigen Produktion zur Verfügung gestellt.

          Ausbau in Freiberg durch Übernahme nicht beeinträchtigt

          „Anfänglich erwarten wir an den neuen Standorten eine Auslastung von 50 Prozent. Wir gehen davon aus, die Kapazitäten bis 2007/2008 voll ausnutzen zu können“, so Asbeck. Die Ausbaupläne in Freiberg würden durch die Übernahme der neuen Standorte nicht berührt.

          Die deutsche Solartechnologie gilt als weltweit führend. Experten sehen als einzige Wachstumsbremse die knappen Produktionskapazitäten für Solarsilizium.

          „Dieser Kauf ist ein Glücksfall“

          „Wir sind nun nach Sharp und BP der drittgrößte Solarkonzern weltweit.“ Zum Kaufpreis machte Asbeck keine Angaben. „Dieser Kauf ist ein Glücksfall.“ Der Aufbau einer solchen Produktion würde rund 250 Millionen Euro kosten. Einen Abbau von Stellen oder die Schließung von Standorten schloß der Vorstandschef aus. „Allenfalls der Vertrieb könnte ein wenig gestrafft werden.“ Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

          Der amerikanische Präsident George W. Bush hatte am Dienstag in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt, in der kommenden Woche eine 22prozentige Erhöhung der Haushaltsmittel 2007 für die Förderung sauberer Energien zu beantragen. Damit sollen Sonnen- und Windenergie ebenso gefördert werden wie Atomenergie, saubere Kohle und Hybridautos. Mitte Januar hatte bereits der amerikanische Bundesstaat Kalifornien mitgeteilt, in den kommenden Jahren Milliarden in die Solarenergie zu investieren und eine Million Solarenergieanlagen auf den Dächern privater und öffentlicher Gebäude zu installieren und damit eine Kursrally bei den Solaraktien in Deutschland ausgelöst.

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