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Medienbericht : Energie-Konzerne wollen 47 Kraftwerke abschalten

  • Aktualisiert am

EnBW darf zwei Kraftwerke nicht abschalten. Bild: dpa

Weil sie unrentabel sind, wollen die Versorger 47 Kraftwerke stilllegen. Alleine dürfen sie das nicht. Erst muss die Netzagentur prüfen, ob dadurch die Energieversorgung gefährdet sein könnte.

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          Die Energieversorger wollen offenbar immer mehr Kraftwerke abschalten. Der Bundesnetzagentur lägen derzeit 47 Anträge auf Stilllegung vor, berichtet die „Bild“-Zeitung. Dies seien 19 mehr als noch im Oktober des vergangenen Jahres und zwei mehr als bisher bekannt.

          Bei den Kraftwerken handle es sich unter anderem um Stein- und Braunkohlekraftwerke sowie Gaskraftwerke. Die Versorger begründeten ihre Pläne mit hohen Kosten durch die Energiewende. Die Bundesnetzagentur muss nun prüfen, ob die Energieversorgung gefährdet sein könnte, wenn die Betreiber ihre Kraftwerke abschalten - sie kann das auch verbieten.

          Zum Beispiel hatte die Behörde im Januar dem Versorger EnBW untersagt, unrentable Gas- und Kohlekraftwerke abzuschalten. Der im vergangenen Juli gestellte Antrag, vier Kraftwerksblöcke wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit vom Netz zu nehmen, sei abgewiesen worden, sagte damals eine Sprecherin des drittgrößten deutschen Energiekonzerns. Die Prüfung der Bundesnetzagentur habe ergeben, dass die Kraftwerke für eine sichere Energieversorgung in Deutschland unverzichtbar seien.

          Quasi genau andersherum gelagert ist die Schadenersatz-Forderung, die der Energiekonzern Eon erhebt. Er fordert einen Ausgleich dafür, dass er seine Atomkraftwerke Unterweser und Isar 1 nach der Fukushima-Katastrophe aus dem Jahr 2011 zwangs-abschalten musste. Die Größenordnung liege bei etwa 250 Millionen Euro, sagte ein Eon-Sprecher am Dienstag.

          Die Entschädigungen seien gegenüber den Ländern Niedersachsen und Bayern sowie dem Bundesumweltministerium geltend gemacht worden. Wenn die staatlichen Stellen sich weigerten, werde Eon den Rechtsweg einschlagen, sagte der Sprecher. Nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima 2011 waren die ältesten Kernkraftwerke in Deutschland binnen weniger Tage auf Betreiben des Bundes stillgelegt worden.

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