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Energie : EU-Kommission und RWE verhandeln über Gasnetze

  • Aktualisiert am

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Bild: AP

Die EU-Kommission verhandelt mit dem zweitgrößten deutschen Energieversorger RWE über eine mögliche Aufgabe von Gasnetzen. Das bestätigte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Ein Ergebnis der Verhandlungen im Kartellverfahren gegen RWE liege noch nicht vor.

          Die EU-Kommission verhandelt mit dem zweitgrößten deutschen Energieversorger RWE über eine mögliche Aufgabe von Gasnetzen. Das bestätigte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwoch in Brüssel. Ein Ergebnis der Verhandlungen im laufenden Kartellverfahren gegen RWE liege noch nicht vor.

          In dem seit Mai vergangenen Jahres laufenden Verfahren geht es um eine mögliche Behinderung von Konkurrenten auf dem Gasleitungsmarkt in Nordrhein-Westfalen. Vor einigen Monaten hatte bereits der Düsseldorfer Eon-Konzern die Abgabe von Stromnetzen in Brüssel angeboten, um drohenden Milliardenstrafen zu entgehen. Eine Entscheidung über diese Offerte ist bisher noch nicht gefallen.

          Das Handelsblatt hatte zuvor berichtet, dass RWE offenbar bereit sei, große Teile seines Gasnetzes abzugeben, um den Kartellstreit mit der EU zu beenden. Die Zeitung berief sich bei ihren Informationen auf Kreise, die mit den Verhandlungen vertraut sind. Eine Unternehmenssprecherin kommentierte den Bericht in Essen nicht. „Wir sind in Gesprächen zur Beendigung des Verfahrens“, sagte die Sprecherin lediglich.

          Gespräche angeblich weit fortgeschritten

          Die Verhandlungen über einen angeblichen Abstoß der Gasnetze von RWE sind laut „Handelsblatt“ weit fortgeschritten. Ende Februar hatte sich schon Marktführer Eon dem Druck der EU-Kommission gebeugt und überraschend den Verkauf seiner Stromtransportnetze angekündigt, um einer Kartellstrafe in Milliardenhöhe zu entgehen. Aus EU-Kommissionskreisen verlautete am Mittwoch, die entsprechende Vereinbarung solle schon bald veröffentlicht und das Verfahren gegen Eon damit eingestellt werden.

          Die EU-Kommission drängt seit rund zwei Jahren auf eine Entflechtung der großen Energiekonzerne, indem der Netzbetrieb von Produktion und Vertrieb getrennt wird. Damit sollen der Wettbewerb gestärkt und letztlich niedrigere Strom- und Gaspreise erreicht werden. Die Bundesregierung wehrt sich bislang gegen die Pläne der EU, den Erzeugern ihre Netze zu nehmen. Eon hatte kürzlich die Gründung einer deutschlandweiten Stromnetz-Gesellschaft vorgeschlagen und die Regierung um Mithilfe für das Vorhaben gebeten.

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