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Autohersteller BMW : Das Ende der Erfolgsfahrt

Lange ist es her, dass der in München beheimatete Autokonzern BMW ein Minus machte. Bild: EPA

Ja, der BMW-Verlust liegt tatsächlich an einem besonderen Effekt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage ernst ist.

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          Dass der Verkauf von Autos ein Verlustgeschäft sein kann, haben die Manager von BMW beinahe schon wieder vergessen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise, als der weiß-blaue Autohersteller das letzte Mal ein Quartalsminus hinnehmen musste, liegt schließlich schon zehn Jahre zurück. Seither kannten die Absatz-, Umsatz- und Gewinnzahlen nur eine Richtung: steil nach oben.

          Diese Rekordfahrt der vergangenen Jahre ist nun beendet. Zu groß sind die internationalen Verwerfungen, die Unsicherheiten auf den großen Automärkten der Welt, seit Amerika einen Handelsstreit mit Europa und China angezettelt hat – selbst das Reich der Mitte kann die Absatzrückgänge in den anderen Regionen nicht mehr ausgleichen.

          Und dann sind da nicht zuletzt die Verunsicherung der Menschen, die Debatten über Dieselautos und Fahrverbote. Und die immer häufiger auf Messen zur Schau gestellten Elektroautos, die hierzulande aber kaum Käufer finden.

          Dass BMW zum Jahresstart nun einen Verlust ausweisen muss, hat zwar einerseits allein mit der milliardenschweren Rückstellung für eine drohende Kartellstrafe zu tun; 1,4 Milliarden Euro legt der Konzern  für das EU-Kartellverfahren um angeblich verbotene Absprachen in Sachen Abgasnachbereitung zurück. Das ist der Sorgfaltspflicht geschuldet.

          Andererseits belegen die Quartalszahlen auch abgesehen von diesem hohen Betrag zum dritten Mal in Folge, wie sehr die Margen im Autogeschäft immer weiter schrumpfen. Mit nur noch 5,6 Prozent ist die Rendite inzwischen niedriger als vor der Wirtschafts- und Finanzkrise.

          Allein das zeigt, wie ernst die Lage ist. Die gesamte Industrie steckt mitten in einem Wandel. Den Antrieb der Zukunft gibt es noch nicht, über Jahre sind die Hersteller gezwungen, gleichzeitig in Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, Batterien und  Brennstoffzellen zu investieren. Das kostet viel Geld.

          Und wie die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in den kommenden Jahrzehnten aussehen werden, das weiß heute auch niemand. Die Geschichte lehrt, dass in Zeiten technologischer Umbrüche selbst erfolgsverwöhnte Unternehmen auf der Strecke bleiben (können).

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

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