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Las Vegas : Elvis-Hochzeiten in Gefahr

Ein Elvis-Darsteller in Las Vegas singt zur Vermählung Bild: Picture Alliance

Hochzeiten gehören zu Las Vegas wie das Glücksspiel. Oft ist ein „Elvis“-Imitator dabei. Aber nun gibt es einen Streit um die Namensrechte.

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          Las Vegas ist nicht nur für Glücksspiel bekannt, sondern bewirbt sich auch als „Hochzeitshauptstadt der Welt“. Legendär sind Blitzhochzeiten, so wie das zum Beispiel vor vielen Jahren Popstar Britney Spears machte, nur um wenige Tage später wieder eine Annullierung zu beantragen. Die Hochzeitsindustrie bringt der Region Schätzungen zufolge rund zwei Milliarden Dollar im Jahr ein. Und da Las Vegas wie wohl kaum eine andere Stadt mit Elvis Presley identifiziert wird, werden die Zeremonien oft von einem Imitator des berühmten Sängers durchgeführt.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Vor einigen Wochen ließen sich zum Beispiel Reality-Star Kourtney Kardashian und Musiker Travis Barker von einem solchen Darsteller trauen. Manche der vielen Hochzeitskapellen in der Stadt haben sich sogar nach dem „King of Rock and Roll“ benannt. Die „Elvis Chapel“ zum Beispiel bietet mehrere verschiedene Elvis-Pakete an. Das billigste kostet im Moment 195 Dollar, dabei leitet der Imitator die Zeremonie, singt zwei Lieder nach Wahl des Paares und führt auf Wunsch die Braut den Gang der Kapelle entlang zum Bräutigam.

          „Schockwellen“ in der Hochzeitsindustrie

          Diese Elvis-Hochzeiten sind nun aber in Gefahr. Das Marken- und Lizenzkonglomerat Authentic Brands Group (ABG), dem die Namensrechte an Elvis Presley gehören, hat nach einem Bericht des „Las Vegas Review-Journal“ Unterlassungsaufforderungen an eine ganze Reihe von Hochzeitskapellen in der Stadt geschickt. Die Kapellen wurden angewiesen, die „unautorisierte Nutzung“ von Elvis Presley innerhalb einer Woche einzustellen, andernfalls würden womöglich juristische Schritte eingeleitet.

          Der Brief hat nach Beschreibung der Zeitung „Schockwellen“ in der Hochzeitsindustrie der Stadt ausgelöst. Eine für Marketingkampagnen zuständige Mitarbeiterin der Stadt wurde mit den Worten zitiert, dies könnte vielen Menschen ihre Existenzgrundlage nehmen. Mindestens eine Kapelle ging dem Bericht zufolge schon dazu über, den bisherigen Elvis-Imitator in einem anderen Kostüm auftreten zu lassen und aus einer Elvis-spezifischen eine allgemeinere „Rock ’n’ Roll“-Zeremonie zu machen.

          ABG hat die Namensrechte an einigen verstorbenen Berühmtheiten, dazu gehören neben Elvis Presley auch Marilyn Monroe und Muhammad Ali. Das in New York beheimatete Unternehmen vermarktet auch lebende Prominente und schloss zum Beispiel in diesem Jahr eine Partnerschaft mit dem Fußballstar David Beckham. Es hat unter seinem Dach auch eine Reihe von Bekleidungs- und Sportmarken, dazu gehört seit wenigen Monaten die Marke Reebok, die es dem deutschen Sportartikelhersteller Adidas für 2,5 Milliarden Dollar abkaufte. Andere Namen aus dem ABG-Portfolio sind Nautica, Van Heusen und Juicy Couture sowie die Sportzeitschrift „Sports Illustrated“. Die Elvis-Rechte kaufte ABG im Jahr 2013, in Medien war von einem Preis von rund 125 Millionen Dollar die Rede. ABG hält einen Mehrheitsanteil von 85 Prozent an der Gesellschaft Elvis Presley Enterprises, die restlichen 15 Prozent hat Lisa Marie Presley, die einzige Tochter des Sängers.

          Es wäre denkbar, dass ABG mit den Drohbriefen versucht, Hochzeitskapellen in Las Vegas zum Abschluss von Lizenzvereinbarungen zu drängen. Das Manöver kam wenige Wochen vor dem Kinostart der mit Spannung erwarteten Filmbiographie „Elvis“ von Starregisseur Baz Luhrmann. Dieser Film dürfte dem verstorbenen Sänger zusätzliche Aufmerksamkeit bescheren – und vielleicht mehr Paare auf die Idee bringen, sich von einem Elvis-Imitator verheiraten zu lassen.

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