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Auch Design und Entwicklung : Musk verspricht Berlin eine Tesla-Fabrik

Der umstrittene Tesla-Gründer Elon Musk am Dienstagabend in Berlin, als er überraschend zur Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ auftauchte. Bild: Reuters

Jetzt ist es raus: Elon Musk wird seine nächste „Gigafactory“ nahe Berlin bauen. Mehr Details ließ er sich nicht entlocken. Fest steht, dass dort nicht nur produziert, sondern auch entwickelt und entworfen wird.

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          Diesmal hat Elon Musk nicht zuviel versprochen: Vor wenigen Wochen sagte der Vorstandsvorsitzende des Elektroautoherstellers Tesla, er werde noch bis zum Jahresende verkünden, wo in Europa sein Unternehmen ein neues Auto- und Batteriewerk errichten will. Bei der Verleihung der Goldenen Lenkrads am Dienstagabend in Berlin machte er seine Ankündigung wahr und sorgte dabei für einen Paukenschlag: Die nächste sogenannte „Gigafactory“ von Tesla soll im Raum Berlin entstehen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nach Musks Worten soll sie in der Nähe des neuen Flughafens Berlin Brandenburg gebaut werden, und neben der Autofertigung soll es hier auch ein Design- und Entwicklungszentrum geben. Bei der Ankündigung stichelte er: „Wir werden definitiv ein höheres Tempo vorlegen müssen als der Flughafen.“ Am Dienstag hatte Tesla bereits auf seiner Internetseite generisch formulierte Stellenausschreibungen für das geplante neue Werk in Deutschland veröffentlicht.

          Musk verriet am Dienstag nicht, wann der Bau beginnen oder wann das Werk fertig sein soll. Im Juli dieses Jahres hatte er allerdings gesagt, die Bauarbeiten sollten innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate in vollem Gange sein, und das Werk könne 2021 den Betrieb aufnehmen. Der „Tagesspiegel“ berichtete ohne Angaben von Quellen von einer „Milliardeninvestition“ und „rund 7000 Jobs“, die entstehen würden.

          Auf Twitter teilte der umtriebige Unternehmer am Dienstag noch mit, dass die Produktion in dem deutschen Werk mit dem „Model Y“ beginnen solle, das im Moment noch gar nicht auf dem Markt ist. Das hieße, das gegenwärtig aktuelle Tesla-Produkt „Model 3“ würde zumindest am Anfang nicht in Deutschland gefertigt. Das „Model Y“ soll letzten Angaben zufolge im Sommer nächsten Jahres herauskommen. Es ist ein sogenanntes Crossover, also eine Mischung aus sportlichem Geländewagen (SUV) und klassischer Limousine.

          Der Tesla-Chef spricht schon seit einiger Zeit über Pläne für eine Fabrik in Europa und hat auch schon gesagt, Deutschland sei seine bevorzugte Wahl. Allerdings waren bislang ganz andere Regionen im Gespräch als Berlin. Musk sagte zwischenzeitlich, er halte einen Standort an der deutsch-französischen Grenze in der Nähe der Benelux-Länder für sinnvoll. In diesem Sommer wurde bekannt, dass Tesla Standorte in Niedersachsen sondiert hat. Politische Vertreter aus mehreren deutschen Regionen haben Kontakt zu dem Autohersteller aufgenommen, um für sich zu werben.

          Berlin würde zum zweiten großen Werk, das Tesla außerhalb seines amerikanischen Heimatmarktes betreibt. Das Unternehmen hat gerade schon in Schanghai eine Fertigungsstätte gebaut und angefangen, testweise Autos zu produzieren.

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