https://www.faz.net/-gqe-9zcg8

Protest in der Corona-Krise : Elon Musk startet Tesla-Produktion, obwohl er das nicht darf

  • Aktualisiert am

Der Parkplatz vor dem Tesla-Werk in Kalifornien ist wieder voll: Chef Musk hat die Produktion hochgefahren. Bild: dpa

„Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass es nur ich bin“, verkündet Tesla-Chef Musk. Er steht offenbar selbst mit am Band.

          2 Min.

          Elon Musk hat im einzigen amerikanischen Werk von Tesla die Produktion wieder anlaufen lassen und sich damit über eine Anweisung der lokalen Behörden hinweggesetzt, diese angesichts der Corona-Pandemie ruhen zu lassen. Dabei räumte er für sich und die Beschäftigen der E-Auto-Fabrik das Risiko ein, verhaftet zu werden.

          „Tesla nimmt heute die Produktion wieder auf, gegen die Regeln im Alameda County. Ich werde mit allen anderen in der Schusslinie stehen“, erklärte der Tesla-CEO am Montagabend in einem Tweet. „Wenn jemand verhaftet wird, dann sollte es nur ich sein.“ Musk hat die Sterblichkeits-Angaben in Bezug auf Corona als überzogen bezeichnet und diesbezügliche Panik als „dumm“.

          Die Ausgehbeschränkungen im Alameda County nannte er „faschistisch“. Seit Wochen zeigt er seinen Unmut über die Beschränkungen im kalifornischen Alameda County, mit denen die Ausbreitung des Virus verhindert werden soll. Am Samstag drohte der Milliardär damit, den Hauptsitz des Unternehmens von Kalifornien nach Nevada oder Texas zu verlegen.

          Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom bemühte sich am Montag noch vor dem Tweet, die Spannungen abzubauen, und äußerte die Erwartung, Tesla könne den Betrieb schon in der nächsten Woche wieder aufnehmen. Gesundheitsbeamte des Alameda County gaben nach Musks Tweet eine Erklärung heraus, in der sie den Betrieb des Werks als nicht regelkonform bezeichneten und die Hoffnung äußerten, Tesla werde sich ohne Vollstreckungsmaßnahmen wieder an die Vorschriften halten.

          Die Beschäftigen von Tesla im Werk Fremont wurden vor Musks Tweet darüber informiert, dass sie die Arbeit wieder aufnehmen sollen. Nordamerika-Personalchefin Valerie Capers Workman hatte den Mitarbeitern per Mail mitgeteilt, dass der Arbeitsstopp am Sonntag ende und sie binnen 24 Stunden von ihren Managern über den Zeitplan zur Wiederaufnahme der Arbeit informiert werden. Wem die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu risikoreich erscheint, könne unbezahlten Urlaub nehmen, so Capers Workman. Sie teilte den Beschäftigten mit, der Staat habe für den Produktionsstart „grünes Licht” gegeben.

          Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte bei einer Pressekonferenz vor Musks Tweet auf Anfrage allerdings erklärt, nichts von einem Wiederinbetriebnahme zu wissen. Inzwischen teilte das Alameda County mit, Tesla werde Planungen zur Einhaltung der kalifornischen Corona-Vorschriften für das produzierende Gewerbe vorlegen.

          Musk hatte auch versucht, das Werk als besonders unentbehrlich auch in der Pandemie offenzulassen, kam damit aber nicht durch. In Fremont werden die mit Abstand meisten Fahrzeuge von Tesla gebaut, während die Produktion in dem neuen zweiten Werk in China erst am Anfang steht. Tesla hat in der San Francisco Bay Area rund 20.000 Beschäftigte, etwa die Hälfte davon in Fremont. Musk behauptet jetzt auch, dass die örtlichen Behörden die Wiedereröffnungspläne des Bundesstaates widerrechtlich blockiert hätten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nicht alle Jugendliche halten Ausschau nach einer ernsten Beziehung, auch eine Freundschaft plus ist für viele eine Alternative.

          Sex ohne Beziehung : Warum „Freundschaft plus“ oft schiefgeht

          Man mag sich, man hat Sex, man will keine Beziehung. Die Psychotherapeutin Harriet Salbach erklärt, warum „Freundschaft plus“ bei Jugendlichen so beliebt ist – und für viele dann doch nicht das Richtige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.