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Tesla-Chef : Musk schreibt für Chinas Zensoren

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Fähnchen im Wind: Elon Musk setzt sich für Redefreiheit ein – in Ländern mit einem hohen Maß an Meinungsfreiheit. Bild: AFP

Der Tesla-Chef inszeniert sich gerne als Kämpfer für freie Rede. Das hielt ihn nicht ab, einen Gastbeitrag für ein Zensurorgan in China zu schreiben.

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          Elon Musk inszeniert sich gerne als Kämpfer für freie Meinungsäußerung. Er tat das im Zusammenhang mit der Übernahme von Twitter, die er im April vereinbart hat, mittlerweile aber nicht mehr vollziehen will. Musk hat der Onlineplattform übermäßige Zensur von Inhalten vorgeworfen und suggeriert, dies werde sich unter ihm als Eigentümer ändern. Er hat sich selbst als „Absolutisten“ beschrieben, was freie Rede betreffe. Diese Position vertritt er freilich nicht überall so lautstark. In China, einem besonders wichtigen Markt für den von ihm geführten Elek­tro­auto­hersteller Tesla, hat er jetzt sogar einen Gastbeitrag in einer Zeitschrift verfasst, die von der Internetaufsichtsbehörde „Cyberspace Administration of China“ herausgegeben wird und damit in dem Regierungsorgan, das für Zensurvorschriften zuständig ist.

          In dem Beitrag, der von einem Mitarbeiter der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua ins Englische übersetzt wurde, spricht Musk von seinen „chinesischen Freunden“, mit denen er seine „Vision von Technologie und der Menschheit“ teilen wolle. Über weite Strecken macht Musk Werbung für seine Unternehmen, neben Tesla spricht er auch über den Raumfahrtspezialisten SpaceX sowie über Neuralink, ein Projekt, mit dem er sich vornimmt, das menschliche Gehirn digital aufzurüsten und mit Computern zu verbinden. Er lobt auch die Arbeit chinesischer Unternehmen rund um Energieinnovation.

          Nicht nur mit Blick auf Zensur zeigt sich Musk in China nachsichtiger. Der Tesla-Chef hat sich bitter über Corona-Restriktionen in den USA beklagt und sie „faschistisch“ genannt. In China, wo die Arbeit im Werk seines Unternehmens in Schanghai erheblich durch Lockdowns beeinträchtigt wurde, hielt er sich dagegen mit Kritik zurück. Diese Fabrik ist für Tesla von enormer Bedeutung. Am Wochenende gratulierte er der Fabrik per Twitter dazu, mittlerweile eine Million Autos gefertigt zu haben. Tesla insgesamt habe jetzt seit seiner Gründung drei Millionen Fahrzeuge hergestellt.

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