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Ellen DeGeneres’ Selfie : Samsung kauft sich einen Oscar-Auftritt

Ellen DeGeneres (l.) und ihre Frau Portia de Rossi Bild: AFP

Die amerikanische Moderatorin Ellen DeGeneres hat sich während der Oscar-Verleihung mit vielen Promis fotografiert und das Bild auf Twitter gestellt. Samsung lässt sich diese Werbung jetzt Millionen kosten.

          Ein Klick, ein Tweet, eine Spende. Samsung hat während der Fernsehübertragung der Oscar-Nacht in Hollywood geschätzte 15 Millionen Dollar für Sponsoring, Produkt-Platzierung und eingespielte Werbefilmchen ausgegeben, doch die größte Publicity bekam der koreanische Elektronikkonzern von Ellen DeGeneres.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ausgestattet mit einem Samsung-Smartphone ließ die Moderatorin des diesjährigen Filmpreisspektakels sich von Schauspieler Bradley Cooper während der Sendung im Kreise berühmter und bekannter Mimen wie Meryl Streep, Kevin Spacey oder Brad Pitt fotografieren. Sie stellte es noch während der Show ins Internet und erntete massenhaft Klicks.

          Das zahlte sich aus. Denn DeGeneres war gut vorbereitet und Samsung gewillt, viel zu zahlen. Hatten die Koreaner als einer der Großgeldgeber der Veranstaltung der diesjährigen Gastgeberin doch zugesichert, für jeden Re-Tweet den sie für das Bild im Netz bekommt, einen Dollar zu spenden. Den kann sie dann an Organisationen ihrer Wahl weiterreichen - ein gutes Werk vor großem Publikum.

          Mehr als 40 Millionen Zuschauer soll die Sendung allein in Amerika gehabt haben. Drei Millionen Klicks kamen für DeGeneres zusammen. Das machte unter dem Strich drei Millionen Dollar. Ein Erfolg für die Gastgeberin und ein Schnäppchen für Samsung - soll doch der übertragende Fernsehsender ABC für einen halbminütigen Werbespot während der Veranstaltung mehr als 1,5 Millionen Dollar verlangt und bekommen haben.

          Ob Schnäppchen oder nicht: Das Gruppenbild mit Damen wurde nicht nur zu einem gelungenen Imagegag für Samsung, sondern auch zu einem der teuersten Fotos der Welt. Diesen Titel in der Fotobranche hat nach wie vor der aus Leipzig stammende Fotograf Andreas Gursky inne. Nachdem im Mai 2006 sein Foto „99 Cent“ für 2,26 Millionen Dollar beim Versteigerungshaus Sotheby’s in New York unter den Hammer gekommen war, erzielte im November 2011 seine Fotografie „Rhein II” einen Preis von mehr als 4 Millionen Dollar.

          Von dieser Summe ist Ellen DeGeneres, die seit Jahren unter eigenen Namen eine erfolgreiche Talkshow moderiert, nicht mehr weit entfernt. Das Geld, welches die Koreaner für den Schnellschuss in der Oscar-Nacht aufbrachten, soll zu gleichen Teilen an die Humane Society und das St. Jude Children’s Research Hospital gehen.

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