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Elektronik : VDO-Verkauf bringt Siemens Milliarden-Quartalsgewinn

  • Aktualisiert am

Das fängt ja gut an: Siemens-Chef Peter Löscher Bild: AFP

Vor der Hauptversammlung am heutigen Donnerstag hat Siemens ein kräftig wachsendes Geschäft gemeldet. Der VDO-Verkauf sorgte im vergangenen Quartal für einen Milliardengewinn. Firmenchef Löscher setzt dem Konzern unterdessen neue ambitionierte Renditeziele.

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          Der Technologiekonzern Siemens setzt sich nach einem Gewinnzuwachs im vergangenen Quartal höhere Ziele. Vor allem der Einmalerlös aus dem Verkauf der Autozuliefersparte VDO blähte den Gewinn nach Steuern von Oktober bis Dezember auf 6,48 Milliarden Euro von 788 Millionen Euro im Vorjahr auf, wie Siemens vor der Hauptversammlung am Donnerstag in München mitteilte. Auf den Verkaufserlös für VDO entfielen davon allein 5,4 Milliarden Euro.

          Doch legte der von Korruptionsaffären gebeutelte Konzern auch im regulären Geschäft zu. Das operative Ergebnis kletterte um 16 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro. Der Umsatz sei um acht Prozent auf 18,4 Milliarden Euro gestiegen, hieß es.

          Löscher gibt doppelt schnelles Wachstum vor

          Siemens-Chef Peter Löscher bekräftigte seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende September). „Beim Umsatz wollen wir mindestens doppelt so schnell wachsen wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt“, erklärte er. Das operative Ergebnis solle mindestens doppelt so stark wachsen wie der Umsatz. Die Prognose galt eigentlich auch für das folgende Geschäftsjahr, was Löscher angesichts der amerikanischen Konjunktursorgen aber auch auf Nachfrage nicht mehr wiederholen wollte.

          In der neuen Konzernstruktur setzte Löscher auch den beiden Großbereichen Industrie und Energie neue Renditeziele. Der Sektor Industrie müsse bis Herbst 2010 operativ 9 bis 13 Prozent abwerfen statt der bisher geforderten 9 bis 11 Prozent. Für den Großbereich Energie gelte ein Margenziel von 11 bis 15 Prozent statt von 9 bis 13 Prozent. Vor allem hier dürften die Ziele zunächst schwer zu erreichen sein. Der Kraftwerksbereich Power Generation verfehlte sein bisheriges Renditeziel von mindestens zehn Prozent mit 4,5 Prozent deutlich. Auch die Medizintechnik, die Gebäudetechnik sowie die Zug- und Verkehrstechnik blieben hinter den von Löschers Vorgänger Klaus Kleinfeld aufgestellten Vorgaben zurück.

          Kein Ende der Korruptionsaffäre in Sicht

          In der schwelenden Korruptionskrise ist noch kein Ende in Sicht. Im Weihnachtsquartal habe Siemens intern 52 neue Untersuchungen aufgenommen, teilte Löscher mit. Im Zuge des Kronzeugenprogramms habe der Konzern bisher 33 Anfragen von Mitarbeitern. Vier Beschäftigten sei Amnestie gewährt worden, bei zwei Angestellten sei dies abgelehnt worden. Siemens kündigte an, am Montag mit seinem Aktienrückkauf zu beginnen. Bis Ende April will der Konzern rund zwei Milliarden Euro dafür ausgeben. Insgesamt beträgt das Gesamtvolumen für das Programm zehn Milliarden Euro.

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