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Elektronik-Märkte : Media-Saturn setzt auf Eigenmarken

  • Aktualisiert am

Media Markt und Saturn gehören zum Metro-Konzern Bild: AP

Das Geschäft mit Eigenmarken bringt Milliarden und immer mehr Händler setzen darauf. Nun will der Elektrogigant Media-Saturn mit vier eigenen Marken ein Stück vom Kuchen haben - und damit den etablierten Herstellern Konkurrenz machen.

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          Die Metro-Tochter Media-Saturn will mit vier eigenen Marken den Elektroherstellern Marktanteile abjagen. Langfristig peilt das Unternehmen auf diese Weise Milliardenumsätze an.

          Schon zum Weihnachtsgeschäft sollen in den Filialen von Saturn und Media Markt erstmals eigene Toaster, Fernseher oder Kühlschränke in den Regalen stehen. Zunächst solle im unteren Preissegment die Marke Ok vom Eierkocher bis zum Fernseher das gesamte Sortiment abdecken, sagte Konzernchef Roland Weise am Donnerstag in Unterföhring bei München. Dazu komme die Marke Koenic, unter der hochwertige Weißware wie Kühlschränke, Waschmaschinen, aber auch Kleingeräte vermarktet werde.

          Eigenmarken sollen 5 Prozent des Umsatzes bringen

          „Wir werden nicht von unserer Grundphilosophie abgehen, das Haus der Top-Marken zu sein“, sagte Weise. Es könne aber nicht schaden, die Hersteller ein wenig wachzurütteln: „Wettbewerb ist nie verkehrt.“ Langfristig peilt Weise einen Umsatzanteil der vier Eigenmarken von bis zu 5 Prozent an. Gemessen am Nettoumsatz des Konzerns im vergangenen Jahr von rund 19,7 Milliarden Euro würde das Erlösen von knapp 1 Milliarde Euro entsprechen.

          „Es wird kein unglaublich großer Anteil sein“, sagte Einkaufschef Wolfgang Kirsch. Aber selbst 1, 2 oder 3 Prozent brächten eine erkleckliche Summe. Über die Kosten des Projekts machte Kirsch allerdings keine Angaben.

          „Wir rechnen mit Verdrängung“

          In der ersten Hälfte 2011 soll die günstige Zubehörmarke Isy an den Start gehen, im zweiten Halbjahr folgt dann die Marke PEAQ für hochpreisige Unterhaltungselektronik. PEAQ solle im Schnitt 10 Prozent unterhalb der Preise der Wettbewerber liegen. Insgesamt werde es zunächst 60 Artikel unter den Namen der vier neuen Marken geben, später sollen es mehrere hundert werden. Pläne, andere Marken aus dem Sortiment zu nehmen, gebe es nicht. „Wir haben keine Liste von Marken, die wir nicht mehr wollen. Aber wir rechnen mit Verdrängung“, sagte Weise.

          Für die Produktion setzt der Konzern etwa bei Waschmaschinen oder Kühlschränken auch auf die Zusammenarbeit mit Markenherstellern. Zum Start wird es die neuen Angebote zunächst nur in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Österreich geben. Bis 2012 soll die Einführung nach Kirschs Angaben in allen Märkten abgeschlossen sein. „Unsere Marken werden künftig in allen Ländern, in denen Media Markt und Saturn vertreten sind, vertrieben“, sagte Weise. Media-Saturn mit Sitz in Ingolstadt betreibt in 16 europäischen Ländern 845 Märkte.

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