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VW-Chef Diess : „Wir werden das Elektroauto erfolgreich machen“

Herbert Diess Bild: Reuters

Auf der Hauptversammlung in Berlin mahnt VW-Chef Herbert Diess mehr Unterstützung der Politik an – auch bei der in Salzgitter geplanten Batteriezellfertigung.

          Volkswagen-Chef Herbert Diess sieht den Wolfsburger Autokonzern bei der Wende zur Elektromobilität besser aufgestellt als die Wettbewerber. „Als Konzern werden wir das Elektroauto erfolgreich machen“, sagte er am Dienstag auf der Hauptversammlung von VW in Berlin. Diess setzt dabei vor allem auf die Skaleneffekte des größten Automobilunternehmens der Welt. Mit dem von VW entwickelten Modularen Elektrifizierungs-Baukasten (MEB) könnten alle Konzernmarken schnell und effizient neue Modelle auf den Markt bringen. „So entstehen in der Gruppe hohe Skalenvorteile in der Entwicklung, bei den Materialkosten und in der Produktion“, sagte Diess. Der modulare Baukasten werde die weltweit größte Stückzahl von E-Fahrzeugen tragen. „Je mehr Autos auf dem MEB basieren, desto günstiger werden sie“, sagte der Volkswagen-Chef. „Darum öffnen wir die Plattform auch für Dritte.“

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Diess bekräftigte seine bei Anlegern durchaus umstrittene Strategie mit den Worten, dass Elektromobilität das Schlüsselelement sei, die strengen CO2-Vorgaben der Politik zu erfüllen. „Auf absehbare Zeit gibt es keine Alternative zum batterieelektrischen Antrieb“, sagte er. Weder die Brennstoffzelle noch synthetische Kraftstoffe würden bis Mitte des nächsten Jahrzehnts zu vertretbaren Preisen oder im industriellen Maßstab mit der nötigen Energieeffizienz verfügbar sein. „Deshalb fordern wir ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität und ein entschlossenes Handeln aller Beteiligten“, sagte er - an die Adresse der Politik gerichtet. Die CO2-Grenzwerte sollen 2021 bei 95 Gramm CO2 je Kilometer liegen. Aktionärsvertreter beklagten, dass er derzeit mit 123 CO2 pro gefahrenem Kilometer noch über dem Stand von 2014 liege.

          Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen dann weiter auf 59 Gramm pro Kilometer sinken. Unterstützung der Politik erwartet VW auch bei der Batteriezellfertigung in Deutschland. „Mit Blick auf den weiter steigenden Bedarf forcieren wir den Aufbau und Betrieb einer Batteriezellfertigung, gemeinsam mit einem Partnerunternehmen“, sagte Diess.

          Noch viel zu tun

          Am Vorabend der Hauptversammlung hatte der Aufsichtsrat von VW dazu ein Investitionsvolumen von knapp einer Milliarde Euro bewilligt. Die Batteriezellfabrik soll im niedersächsischen Salzgitter entstehen, wo VW bereits eine Pilotanlage betreibt. „Wir streben erst mal eine Kapazität an von größer als zehn Gigawattstunden in einer ersten Ausbaustufe, und wir rechnen damit, dass wir Beschäftigung erzielen damit von circa 700 Mitarbeitern“, sagte VW -Einkaufsvorstand Stefan Sommer am Dienstag vor der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin. Derzeit beschäftigt der Konzern in der niedersächsischen Stadt gut 7000 Mitarbeiter und baut dort vorwiegend Verbrennermotoren. 2025 habe Volkswagen einen Gesamtbedarf von 150 Gigawattstunden an Batterien allein für die in Europa geplante Produktion von Elektroautos, sagte Sommer.

          Um die Fabrik wirklich zu bauen müssten allerdings „die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen passen“, forderte Diess auf der Aktionärsversammlung abermals. In einem Papier des Konzerns zur Batteriestrategie werden dabei wegen des hohen Strombedarf bei der Zellfertigung vor allem die Befreiung von der EEG-Umlage, Investitionshilfen und Steuervorteile erwartet.

          Um die Transformation nicht nur mitzugestalten, sondern in der neuen Mobilitätswelt eine Führungsrolle einzunehmen, müsse VW sich aber selbst auch stärker verändern. Das Unternehmen kämpfe an einigen Stellen noch mit schwerfälligen Strukturen, komplexen Prozessen und hohen Kosten, sagte Diess. „Hier gibt es viel zu tun“, sagte er. „Großen Ballast können wir uns auf Dauer nicht leisten.“ 2019 werde ein entscheidendes Jahr sein, den Konzern beweglicher, effizienter, transparenter und beweglicher zu machen. „In allen Marken laufen Effizienzprogramme, um die Ergebnisse zu sichern und die signifikanten Zukunftsinvestitionen weiterhin aus eigener Kraft zu stemmen“, sagte Diess.

          Er will den Fokus des Konzern dafür stärker auf das Automobilgeschäft ausrichten. „Wir überprüfen, ob wir noch der beste Eigentümer für die unterschiedlichen Geschäfte sind“ sagte er. Mit dem noch vor der Sommerpause geplanten Börsengang der LKW- und Bustochter Traton habe Volkswagen einen Anfang gemacht.

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